Unterhaltspfändung: Kann Unterhalt gepfändet werden?

Unterhalt pfänden:  Wie erfolgt bei der Unterhaltspfändung die Berechnung und welche Pfändungsgrenze gilt beim Unterhalt?
Unterhalt pfänden: Wie erfolgt bei der Unterhaltspfändung die Berechnung und welche Pfändungsgrenze gilt beim Unterhalt?

Begleicht eine Personen ihre Schulden nicht, kann der Gläubiger seine Forderungen mittels einer Pfändung durchsetzen. Es kann zum Beispiel der Lohn oder das Konto eines Schuldners gepfändet werden. Bestimmte Bezüge sind dabei nicht pfändbar.

Wer Schulden hat und Unterhalt für ein Kind erhält, fragt sich in diesem Fall, ob Unterhaltszahlungen gepfändet werden können. Aber auch, wenn der Unterhaltspflichtige in Zahlungsverzug gerät, stellt sich die Frage, ob der Unterhalt von diesem gepfändet werden darf.

Ist Unterhalt beim Unterhaltsempfänger pfändbar? Darf Unterhalt vom Unterhaltspflichtigen gepfändet werden? Gibt es eine Pfändungsfreigrenze beim Unterhalt? Hat die Unterhaltspfändung Vorrang vor anderen Pfändungen? All das erfahren Sie im Folgenden.

Kurz zusammengefasst: Pfändung von Unterhalt

  1. Der Unterhalt kann von einer unterhaltspflichtigen Person gepfändet werden, wenn diese den die Unterhaltszahlung nicht freiwillig tätigt.
  2. Der Unterhalt kann nicht vom Zahlungsempfänger gepfändet werden, falls dieser Zahlungsaufforderungen von Gläubigern nicht nachkommt.
  3. Eine Unterhaltspfändung erfolgt meist in Form einer Lohnpfändung und ist nicht vorrangig gegenüber anderen Pfändungen.

Pfändung von Kindesunterhalt: Unterhaltspfändung beim Zahlungspflichtigen

Pfändung: Für unterhaltspflichtige Personen gilt bei der Lohnpfändung vom Unterhalt keine Freigrenze.
Pfändung: Für unterhaltspflichtige Personen gilt bei der Lohnpfändung vom Unterhalt keine Freigrenze.

Ist eine Person dazu verpflichtet, Kindesunterhalt zu zahlen, muss sie alles dafür tun, um der Unterhaltspflicht nachzukommen. Hat die unterhaltspflichtige Person zum Beispiel Schulden und tätigt deshalb keine Unterhaltszahlungen mehr, kann eine Pfändung erfolgen.

Pfändungsgrenze bei Kindesunterhalt: Kommt es zu einer Pfändung aufgrund von Unterhaltsansprüchen, richtet sich die Höhe des Freibetrags nicht nach den geltenden Pfändungs­frei­grenzen. Ein gewisser Freibetrag wird vor der Pfändung geschützt und bleibt dem Unterhaltspflichtigen, um den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Die Höhe des Freibetrags wird im Falle einer Unterhaltspfändung von einem Vollstreckungsgericht festgelegt und richtet sich nach der Höhe der Sozialleistungen. Dem Betroffenen muss also mindestens so viel Geld bekommen wie beim Bezug von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II. Bei der Unterhaltspfändung werden auch andere Einkommensarten, Arbeitslosengeld und teilweise auch Sozialleistungen gepfändet.

Lohnpfändung wegen Unterhalt: Ablauf und wie lange es dauern kann

Oft wird der Unterhalt durch eine Lohnpfändung vollstreckt. Das hängt damit zusammen, dass auf einem Konto eventuell nicht genug Guthaben für die Pfändung zur Verfügung steht. Lohn hingegen wird jeden Monat gezahlt. Demnach kann bei der Pfändung des Lohns der Unterhalt monatlich eingefordert werden. Dies kann so lange fortgeführt werden, bis der Unterhalt wieder aus eigener Kraft gezahlt werden kann.

Der Arbeitgeber wird mittels eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses über die Unterhaltspfändung informiert und muss den vom Gericht festgelegten Betrag direkt an den Unterhaltsberechtigten zahlen. Der Selbstbehalt muss so festgelegt sein, dass dem Schuldner noch genug Geld für die Bestreitung des eigenen Lebensunterhalts zur Verfügung steht.

Unterhaltspfändung beim Zahlungsempfänger: Ist der Kindesunterhalt hier pfändbar?

Pfändung: Erbringen unterhaltsberechtigte Personen einen Nachweis, können Gläubiger den Kindesunterhalt nicht pfänden.
Pfändung: Erbringen unterhaltsberechtigte Personen einen Nachweis, können Gläubiger den Kindesunterhalt nicht pfänden.

Grundsätzlich steht der Kindesunterhalt nicht dem Zahlungsempfänger, sondern dessen Kind zu. Hat der Unterhaltsempfänger Schulden und kommt Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nach, hat das Kind trotzdem ein Recht auf den Erhalt des Kindesunterhalts. Unterhalt zählt in diesem Fall also nicht als Einkommen und kann somit vor der Pfändung geschützt werden.

Was kann ich tun, um eine Unterhaltspfändung zu verhindern? Steht infolge von Schulden eine Kontopfändung an und wird der Unterhalt auf das Konto eingezahlt, das gepfändet werden soll, können Sie auf Nummer sichergehen und

einrichten lassen. Sie müssen Ihrer Bank eine Pfändungsschutzkonto-Bescheinigung vorlegen, die als Nachweis dafür dient, dass Sie Unterhalt beziehen und dieser vor der Pfändung geschützt ist.

Wird eine Unterhaltspfändung vorrangig vor anderen Pfändungen behandelt?

Die Pfändung von Unterhalt ist nicht vorrangig gegenüber anderen Pfändungen, diese kann lediglich leichter durchgesetzt werden. Für die Pfändung von Unterhalt gibt es keine Pfändungsfreigrenze und daher kann der vom Gericht festgelegte Betrag auch dann gepfändet werden, wenn bei einer Lohnpfändung die Pfändungsfreigrenze unterschritten wird und andere Gläubiger dadurch kein Geld erhalten.

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