Wer zahlt Gerichtskosten im Insolvenzverfahren?

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Wer zahlt die Gerichtskosten im Insolvenzverfahren und wie hoch sind diese?
Wer zahlt die Gerichtskosten im Insolvenzverfahren und wie hoch sind diese?

Eine Privatinsolvenz ist oft der letzte Ausweg für Menschen, die mit hoher Verschuldung zu kämpfen haben. Dabei ist die Privatinsolvenz selbst ein sehr stressiger und nervenaufreibender Prozess. Hinzu kommt, dass durch das Insolvenzverfahren weitere Kosten entstehen, die gedeckt werden müssen. Dazu gehören auch die Gerichtskosten im Insolvenzverfahren.

Hier stellt sich die Frage: Wer zahlt die Gerichtskosten bei einer Privatinsolvenz? Wird von Ihnen erwartet, dass Sie diese zusätzlich zu Ihren Verpflichtungen als Schuldner selbst leisten, oder werden sie von anderer Seite übernommen? Wenn nicht, erfolgt eine Stundung der Gerichtskosten nach der Restschuldbefreiung zum Ende des Insolvenzverfahrens?

Dieser Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema “Gerichtskosten im Insolvenzverfahren”.

Gerichtskosten im Insolvenzverfahren kurz zusammengefasst

  1. Die Gerichtskosten im Insolvenzverfahren trägt in der Regel der Antragsteller, also der Schuldner.
  2. Reicht das Vermögen des Schuldners nicht aus, um diese Kosten zu decken, wird der Antrag auf ein Privatinsolvenzverfahren im Regelfall abgelehnt.
  3. Die Höhe der im Insolvenzverfahren entstehenden Gerichtskosten ergibt sich aus den Anlagen 1 und 2 zum Gerichtskosten-Gesetz (GKG)

Weitere Ratgeber zu den Gerichtskosten eines Insolvenzverfahrens

Verfahrenskostenstundung

 

Wer muss die Gerichtskosten bei einer Privatinsolvenz bezahlen?

Bei mangelndem Vermögen können Sie die Gerichtskosten bei einer Insolvenz stunden.
Bei mangelndem Vermögen können Sie die Gerichtskosten bei einer Insolvenz stunden.

Die Gerichtskosten im Insolvenzverfahren werden in aller Regel vom Schuldner getragen. Diese können – je nach Ausmaß – unterschiedlich hoch ausfallen, da kein Pauschalbetrag existiert, sondern die Gerichtskosten im Insolvenzverfahren durch Berechnung erfasst werden. In der Regel sind für das Verfahren Kosten zwischen 1.700 und 2.500 Euro zu erwarten. Dabei handelt es sich sowohl um die Kosten des Insolvenzgerichtes sowie des Insolvenzverwalters. Beide Posten sind als Bestandteile in § 54 Insolvenzordnung (InsO) aufgeführt.

Wie sich die Gerichtskosten genau zusammensetzen, wie sie sich berechnen lassen und wann sie bezahlt werden müssen, erfahren Sie im Folgenden.

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Die Gerichtskosten im Insolvenzverfahren im Detail

Die Gerichtskosten bei der Privatinsolvenz unterteilen sich in verschiedene Punkte. Zum einen bestehen sie aus den Gebühren für den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens und zum anderen aus den Gebühren für dessen Durchführung. Geregelt sind diese im Gerichtskostengesetz (GKG).

Gerichtskosten bei einem Insolvenzverfahren laut GKG

Wie läuft für Gerichtskosten im Insolvenzverfahren die Berechnung ab?
Wie läuft für Gerichtskosten im Insolvenzverfahren die Berechnung ab?

Die Gerichtskosten nach Anlage 1, Hauptabschnitt 3 GKG sind zum Großteil wertabhängig. Das bedeutet, dass im Gesetz nur ein Faktor angegeben ist, der mit einem variablen Wert multipliziert die tatsächlichen Gebühren ergibt. Diese Wertgebühren orientieren sich am Streitwert, in diesem Fall also an der Höhe der Gesamtschulden im Insolvenzverfahren. § 34 GKG enthält einen Berechnungsschlüssel, anhand dessen die Gerichtskosten im Insolvenzverfahren berechnet werden können.

Anlage 2 des GKG enthält schließlich eine Tabelle mit errechneten Werten. Festzuhalten ist, dass mit zunehmender Höhe des Streitwertes die Gebühren weniger stark steigen.

Während nämlich für einen Streitwert von 500 Euro eine Gebühr von 35 Euro anfällt und für einen Streitwert von 1000 Euro eine Gebühr von 53 Euro, werden bei einem Wert von 50.000 Euro nur 546 Euro an Gebühren fällig.

Streitwert bis ... €Gebühr ... €
50035
1.00053
2.00089
3.000108
4.000127
5.000146

Wann und wie müssen bei der Privatinsolvenz Gerichtskosten gezahlt werden?

Das Gesetz regelt die Priorität der Gerichtskosten im Insolvenzverfahren.
Das Gesetz regelt die Priorität der Gerichtskosten im Insolvenzverfahren.

Wie aus § 26 InsO hervorgeht, hat die Bezahlung der Gerichtskosten im Insolvenzverfahren Priorität. Hier ist festgehalten, dass das Insolvenzgericht den Antrag für das Verfahren abweist, wenn das Vermögen des Schuldners nicht ausreicht, um die Verfahrenskosten zu decken. Die Begleichung der Gerichtskosten hat dabei Vorrang gegenüber der Tilgung der Schulden bei den Gläubigern.

Wenn keine ausreichenden Mittel vorhanden sind, um im Falle der Insolvenz die Gerichtskosten zu bezahlen, kann das Verfahren dennoch stattfinden, wenn ein “ausreichender Geldbetrag vorgeschossen wird” oder die Kosten gestundet werden können.

Stundung der Gerichtskosten im Insolvenzverfahren nach § 4a InsO

So kann die Zahlung der Gerichtskosten durch das Gericht selbst verschoben werden und zu einem späteren Zeitpunkt, meist nach dem Ende der Wohlverhaltensperiode, in kleinen Raten abbezahlt werden. Näheres regelt § 4a der Insolvenzordnung.

Bildnachweise:
– fotolia.com/ Sashkin
– iStock/Anoshkin
– iStock/JanPietruszka

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10 Replies to “Wer zahlt Gerichtskosten im Insolvenzverfahren?”

  1. Wenn meine Gerichtskosten vollständig, mit einmal, bezahlt werden, bin ich dann raus?. Oder muss ich weiterhin über alles Stellung abgeben. Ein guter Freund würde mir helfen und alles bezahlen.

  2. Bitte um Termin, benötige Berechnung der Verfahrenskosten schriftlich. Mit Beratungsschein. Private Insolvenz, Summe ~30000.-,19 Schuldner. Benötige im März die Info, danke!!!

    • Hallo Ute,

      hier liegt ein Missverständnis vor. Wir sind selber keine Beratungsstelle. Wenden Sie sich bitte an einen Anwalt oder eine Schuldnerberatungsstelle.

      Ihr Team von privatinsolvenz.net

  3. Hallo,
    ich habe eine Rechnung vom Amtsgericht bekommen ,wo steht das ich die Kosten für das Verbraucherinsolvenzverfahren zahlen soll. Nun meine Frage wie soll ich das anstellen ? ? ?
    Ich war gezwungen in die Privatinsolvenz zu gehen da mein Exmann haufen Schulden angehäuft hatte und ich in der Ehe damals zu dämmlich und zu gutgläubig war und alles mit unterschrieben habe. Leider
    Jetzt ist endlich die Insolvenz beendet und man denkt man ist endlich schuldenfrei ,zack kommt der nächste Hammer.
    Ich habe kein Einkommen ( da Hausfrau ) ; kein Hartz 4 oder ähnliches. Habe 4 wunderbare Kinder und einen tollen Mann der mit meiner Vergangenheit nichts zu tun hat und unter anderem selbst Gläubiger ist/war .
    Also wie oder von was soll ich nun bitte die Verfahrenskosten zahlen OHNE GELD .
    Genau deswegen war ich ja auch gezwungen in die Insolvenz zu gehen und nun habe oder bekomme ich wieder Schulden ??????
    Von was soll ich das zahlen ?????

    • Hallo,

      in jedem Insolvenzverfahren müssen die anfallenden Verfahrenskosten gezahlt werden. Wer dazu nicht in der Lage ist, muss einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten stellen.

      Ihr Team von privatinsolvenz.net

  4. Hallo,
    ich habe meine Privatinsolvenz beendet, also die Restschuldbefreiung wurde mir bewilligt und zugestellt vom Gericht. Jetzt habe ich die Rechnung der Kosten vorliegen und würde diese gerne durch Hilfe der Familie in einer Einmalzahlung begleichen, also keine Stundung.
    Dies teilte ich dem Gericht mit und habe nun Post das ich diesen Wunsch nochmals bestätigen soll.
    Was ist Hintergrund dieser Vorgehensweise, ich hatte doch schon schriftlich darum gebeten. Bekomme ich Schwierigkeiten wenn ich eine Einmalzahlung der Kosten vornehmen möchte ?
    Vielen Dank

    • Hallo Baba,

      die Bestätigung kann aus internen Gründen nötig sein. Die Zahlung durch Verwandte sollte zu keinen Problemen führen.

      Ihr Team von privatinsolvenz.net

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