Insolvenzverfahren: Ablauf der einzelnen Schritte im Überblick

Insolvenzverfahren: Sein Ablauf ist in der Insolvenzordnung (InsO) gesetzlich geregelt.
Insolvenzverfahren: Sein Ablauf ist in der Insolvenzordnung (InsO) gesetzlich geregelt.
Das Insolvenzverfahren ist in Deutschland in seinem Ablauf durch das Insolvenzrecht genau geregelt. Gesetzliche Grundlage bildet hier die Insolvenzordnung (InsO). Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen dem Ablauf einer Insolvenz für Unternehmen bzw. Selbstständige und einer Privatinsolvenz für Verbraucher.

Im Folgenden soll das Insolvenzverfahren in seinem Ablauf einfach erklärt werden. Wie läuft ein Insolvenzverfahren ab? Wie lange geht ein Insolvenzverfahren? Erfahren Sie im Folgenden mehr.

Das Insolvenzverfahren in seinem Ablauf kurz zusammengefasst

  1. Jedes Insolvenzverfahren beginnt mit einem Antrag und seiner Prüfung im Eröffnungsverfahren.
  2. Das eigentliche Insolvenzverfahren beinhaltet die Sicherung der Insolvenzmasse und ihre Verteilung an die Gläubiger durch den Insolvenzverwalter. Bei natürlichen Personen ist anschließend eine Restschuldbefreiung möglich.
  3. Besondere Voraussetzungen bei der Privatinsolvenz sehen unter anderem noch zwei Einigungsversuche mit den Gläubigern vor der eigentlichen Insolvenz vor.

Insolvenzverfahren: Sein Ablauf bis zur Restschuldbefreiung

Der Ablauf einer Insolvenz beginnt immer mit der Eröffnung des Verfahrens.
Der Ablauf einer Insolvenz beginnt immer mit der Eröffnung des Verfahrens.
Grundsätzlich kann der Ablauf bei Regelinsolvenzverfahren und Privatinsolvenzen grob nach dem folgenden Schema beschrieben werden:

  • Eröffnung des Verfahrens
  • Eigentliches Verfahren
  • Abschluss des Verfahrens

Der Abschluss kann im Ablauf eines regulären Insolvenzverfahrens zum einen die Liquidation oder Sanierung des Betriebs sein oder bei natürlichen Personen (z. B. Selbstständigen) die Restschuldbefreiung. Letztere ist beim Ablauf des privaten Insolvenzverfahrens für Verbraucher die Regel.

Da der Ablauf beim regulären Insolvenzverfahren für Unternehmen (GmbH o.ä.), wie der Name “Regelinsolvenz” schon sagt, die Regel ist, soll dieser im Folgenden dargestellt werden. Anschließend werden die abweichenden Besonderheiten der Privatinsolvenz behandelt.

Eröffnung des Verfahrens

Damit das Insolvenzverfahren mit seinem Ablauf in Gang gesetzt wird, muss der Schuldner zunächst die Insolvenz anmelden. Der Ablauf ist in der Insolvenzordnung (InsO) festgelegt. Der Antrag auf Insolvenzeröffnung muss beim Amtsgericht eingereicht werden. Dieses prüft zunächst in einem Eröffnungsverfahren, ob die Voraussetzungen gegeben sind.

Sind sie erfüllt, erfolgt der Eröffnungsbeschluss, in dem ein Insolvenzverwalter ernannt wird und mit dem das eigentliche Insolvenzverfahren beginnt.

Eigentliches Insolvenzverfahren: Ablauf des Kernstücks

Das Insolvenzverfahren ist im Ablauf dann recht simpel: Zuerst nimmt der Insolvenzverwalter das Vermögen des Schuldners in Besitz, das nun die Insolvenzmasse bildet. Der Insolvenzverwalter muss diese sichern und ein genaues Verzeichnis erstellen.

Nachdem der Insolvenzverwalter die Gläubiger anschließend über die wirtschaftliche Situation des Schuldners informiert hat, kann er mit der Verwertung der Insolvenzmasse beginnen. Sobald genügend Barmittel vorliegen, kann er die Verteilung an die Gläubiger durchführen.

Restschuldbefreiung bei natürlichen Personen

Bei Privatpersonen zielt das Insolvenzverfahren im Ablauf auf die Restschuldbefreiung.
Bei Privatpersonen zielt das Insolvenzverfahren im Ablauf auf die Restschuldbefreiung.
Wenn die Forderungen der Gläubiger durch die Verteilungen aus der Insolvenzmasse befriedigt sind, sieht das Insolvenzverfahren im Ablauf eine Restschuldbefreiung vor, zumindest bei der Insolvenz für natürliche Personen.

Während einer in der Regel sechsjährigen Abtretungsfrist verpflichtet sich der Schuldner, den pfändbaren Teil seines Einkommens an den Insolvenzverwalter bzw. Treuhänder abzugeben, der ihn an die Gläubiger verteilt.

Zudem ist der Schuldner während dieser Zeit verpflichtet, einer angemessenen Beschäftigung nachzugehen oder sich um eine solche zu bemühen. Sollte er sich an die Bedingungen dieser Wohlverhaltensphase halten, wird er bei einem solchen Insolvenzverfahren nach Ablauf von sechs Jahren von allen restlichen Schulden befreit.

Ablauf beim Insolvenzverfahren einer Privatperson

Ein privates Insolvenzverfahren weist im Ablauf einige Besonderheiten auf. So kann nicht einfach direkt ein Antrag gestellt werden. Zuvor muss eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern versucht worden sein. Erst wenn diese scheitert und dies von einer anerkannten Stelle bescheinigt wird, kann der Schuldner ein Insolvenzverfahren anmelden. Der Ablauf weicht im Folgenden ebenfalls etwas ab.

An den Antrag schließt sich nämlich nicht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens an, sondern ein gerichtlicher Einigungsversuch. Erst wenn die Gläubiger auch diesen ablehnen, folgt das Insolvenzverfahren dem normalen Ablauf bis hin zur Restschuldbefreiung.

Die Privatinsolvenz dauert maximal sechs Jahre. Spätestens nach dieser Dauer erfolgt die Restschuldbefreiung – falls der Schuldner sie beantragt hat und die Bedingungen erfüllt. Unter bestimmten Umständen kann die Dauer auch auf fünf oder sogar drei Jahre verkürzt werden.

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