Privatinsolvenz: Welche Folgen sind zu erwarten?

Privatinsolvenz: Welche Folgen bringt sie für den Schuldner mit sich?
Privatinsolvenz: Welche Folgen bringt sie für den Schuldner mit sich?

Wer in die Privatinsolvenz geht, tut dies mit der Aussicht, sich von all seinen Schulden zu befreien. Dies ist mit einigen Einschränkungen verbunden, die sich aus dem Insolvenzverfahren ergeben.

Bis zur endgültigen Restschuldbefreiung müssen Schuldner während der Insolvenz in der Regel sechs Jahre lang darauf verzichten, völlig eigenständig über ihr finanzielles Leben zu verfügen. Erst wenn sie die Wohlverhaltensphase erfolgreich durchlaufen haben, indem sie sich stets an die Regeln gehalten haben, können sie ihren finanziellen Neuanfang wagen.

Im Folgenden soll es um die Frage gehen, was die Privatinsolvenz für Folgen mit sich bringt. Worauf muss ich mich als Schuldner in der Insolvenz einstellen? Wie viel Geld bleibt mir bei einer Privatinsolvenz? Erfahren Sie hier mehr.

Die Privatinsolvenz und ihre Folgen kurz zusammengefasst

  1. Während der Privatinsolvenz kann der Schuldner nicht mehr über sein Vermögen verfügen: Der Insolvenzverwalter nimmt es in seinen Besitz und seine Verwaltung.
  2. Zudem muss der Schuldner den pfändungsfreien Teil seines Einkommens während der maximal sechsjährigen Wohlverhaltensphase bis zur Restschuldbefreiung an den Treuhänder abtreten.
  3. Eine weitere Folge: Der Schuldner hat umfassende Meldepflichten gegenüber dem Treuhänder.

Weitere Informationen zu Folgen der Privatinsolvenz

Haus in der Privatinsolvenz retten

Die unmittelbaren Folgen einer Privatinsolvenz

Zu den Folgen einer Privatinsolvenz gehört die Tätigkeit der Insolvenzverwalterin.
Zu den Folgen einer Privatinsolvenz gehört die Tätigkeit der Insolvenzverwalterin.

Wer in die Privatinsolvenz geht, bekommt Folgen und Wirkungen des Insolvenzverfahrens direkt zu spüren. Mit der Eröffnung der Insolvenz nimmt der Insolvenzverwalter das gesamte Vermögen des Schuldners in seinen Besitz. Dieser kann nun nicht mehr darüber verfügen.

Aufgabe des Insolvenzverwalters ist es, alle verwertbaren Vermögensgegenstände ausfindig zu machen und in die Insolvenzmasse aufzunehmen. Aus dieser werden dann schließlich die Gläubiger befriedigt. Hierzu verteilt der Insolvenzverwalter dieses verfügbare Vermögen anteilig unter ihnen.

Privatinsolvenz: Was bleibt mir während des Verfahrens?

Zusätzlich muss der insolvente Schuldner für die Dauer der sogenannten Abtretungsfrist, d. h. bis zum Ende der Wohlverhaltensphase, einen Teil seines Einkommens abgeben. Wie viel genau, richtet sich nach der Pfändungstabelle. Denn damit der Schuldner trotz des laufenden Insolvenzverfahrens dennoch ein Existenzminimum wahren kann, steht ihm ein pfändungsfreier Betrag zu, über den er in jedem Fall frei verfügen kann.

Nach der aktuell geltenden Pfändungstabelle vom Juli 2017 dürfen Schuldner mindestens 1139,99 Euro ihres Einkommens behalten. Der Betrag steigert sich mit der Zahl der Personen, für die eine Unterhaltspflicht besteht.

Zudem wird auch nicht der komplette Betrag, der über diesen Selbstbehalt hinausgeht, an den Treuhänder abgegeben. Je nach Höhe des Einkommens muss ein gewisser ansteigender Anteil abgeführt werden.

Allerdings gibt es auch eine Höchstgrenze: Alles, was den Betrag von 3475,79 Euro übersteigt, ist voll pfändbar.

Pflichten während der Privatinsolvenz

Privatinsolvenz: Zu den Folgen gehören auch Verpflichtungen seitens des Schuldners.
Privatinsolvenz: Zu den Folgen gehören auch Verpflichtungen seitens des Schuldners.

Wenn eine Privatinsolvenz eröffnet wird, folgen daraus auch Pflichten, die nicht direkt finanzieller Natur sind. So muss der Schuldner den Treuhänder stets über Änderungen seiner Verhältnisse unterrichten, etwa wenn er seinen Arbeitsplatz oder den Wohnort wechselt. Auch Änderungen, die sein Einkommen betreffen, etwa wenn er erbt, müssen mitgeteilt werden.

Darüber hinaus gehört bei einer Privatinsolvenz zu den Folgen, dass der Schuldner in der Wohlverhaltensphase einer Erwerbsobliegenheit unterliegt. D. h. er muss einer Beschäftigung nachgehen oder sich um eine solche bemühen.

Allerdings kann eine Privatinsolvenz noch weitere Folgen haben. So führt ein negativer Schufa-Eintrag möglicherweise dazu, dass der Schuldner keine Kredite mehr bekommt. Auch das Anmieten einer neuen Wohnung kann wegen der Schufa zu Schwierigkeiten führen. Wer während der Privatinsolvenz eine Straftat begeht, muss mit strafrechtlichen Folgen rechnen.

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