In der Privatinsolvenz das Haus retten: Ist dies möglich?

In der Privatinsolvenz das eigene Haus retten: Wie ist das möglich?
In der Privatinsolvenz das eigene Haus retten: Wie ist das möglich?
Die Folgen einer Privatinsolvenz sind für den Schuldner oft schwer durchzustehen. Es müssen viele Einschnitte gemacht und die Lebenshaltung verändert werden. Doch der Verzicht auf einen Teil des Arbeitslohns beispielsweise ist auch mit der Aussicht darauf verbunden, nach höchstens sechs Jahren schuldenfrei aus der Insolvenz herauszukommen.

Was viele aber nicht verkraften können: den Verlust des eigenen Hauses. In der Insolvenz fallen Immobilien nämlich an die Insolvenzmasse. Doch gibt es eigentlich eine Möglichkeit, in der Privatinsolvenz das Haus zu retten? Was müssen Schuldner tun, um ihr Eigenheim behalten zu können? Der folgende Ratgeber beschäftigt sich näher mit dieser Frage.

„In der Privatinsolvenz das Haus retten“ kurz zusammengefasst

  1. Hauseigentum fällt bei der Insolvenzeröffnung in die Insolvenzmasse und kann verwertet werden.
  2. Der Insolvenzverwalter kann das Haus aber aus der Masse herauslösen (sogenannte Freigabe). Dadurch wird es in das insolvenzfreie Vermögen überführt.
  3. Dies ist vor allem dann möglich, wenn das Haus hoch verschuldet ist und keinen großen Erlös bei einem Verkauf bringen würde.

Kann ich bei einer Privatinsolvenz Haus oder Wohnung behalten?

Kann ich in der Privatinsolvenz das Haus behalten oder wird es in der Masse verwertet?
Kann ich in der Privatinsolvenz das Haus behalten oder wird es in der Masse verwertet?
In einem Insolvenzverfahren wird das Vermögen des Schuldners in die Insolvenzmasse überführt. Auch Immobilien gehören dabei zum Vermögen. Daher sind bei einer Privatinsolvenz Geldvermögen und Eigenheim von der Überführung in die Masse betroffen.

Für Schuldner ist die eigene Wohnimmobilie jedoch oft von großer Bedeutung – nicht nur materiell, sondern auch sentimental. Viele sind daher daran interessiert, in der Privatinsolvenz das Haus zu retten. Ist dies bei einer Privatinsolvenz tatsächlich möglich?

In der Regel kann der Insolvenzverwalter die Immobilie gemäß § 165 Insolvenzordnung (InsO) der Zwangsversteigerung zuführen, um sie zu Geld zu machen – der Schuldner würde so aufgrund seiner Privatinsolvenz sein Haus verlieren. Dies ist Teil der Verwertung der Insolvenzmasse.

Es gibt jedoch einen Weg, wie Schuldner in der Privatinsolvenz ihr Eigenheim behalten können. Durch eine Freigabe kann der Insolvenzverwalter die Immobilie aus der Insolvenzmasse lösen und dem insolvenzfreien Vermögen zuführen. So würde der Schuldner trotz Privatinsolvenz sein Haus retten.

Wann kann eine Freigabe in der Insolvenz erfolgen?

Die Freigabe aus der Insolvenzmasse liegt im Ermessen des Insolvenzverwalters. Dieser muss also davon überzeugt werden, damit der Schuldner in der Privatinsolvenz sein Haus retten kann. Ein wichtiger Punkt kann diese Entscheidung unterstützen.

Der Insolvenzverwalter ist nämlich an der Immobilie nur dann interessiert, wenn er sie angemessen verwerten kann. Je höher die Schulden sind, die auf dem Haus lasten, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Käufer findet oder dass der Erlös aus dem Verkauf höher als die Schulden ist.

Sollte die Verschuldung also hoch sein, ist eher davon auszugehen, dass Schuldner in der Privatinsolvenz Haus und Eigentumswohnung behalten können, weil der Insolvenzverwalter einer Freigabe zustimmt.

Die Freigabe selbst erfolgt über eine schriftliche Erklärung des Insolvenzverwalters. Durch diese wird die Immobilie freigegeben und unterliegt einem Vollstreckungsschutz.

Hausfinanzierung trotz Privatinsolvenz

Ist eine Hausfinanzierung trotz Privatinsolvenz möglich?
Ist eine Hausfinanzierung trotz Privatinsolvenz möglich?
Lässt sich bei einer Privatinsolvenz das Haus auch dann retten, wenn es noch nicht abbezahlt ist? Was geschieht mit der Hausfinanzierung? Diese berechtigten Fragen werden sich manche Schuldner während der Insolvenz stellen.

Eine Möglichkeit besteht darin, unverzüglich mit der Bank zu reden und eine Einigung anzustreben. Wenn die Bank auf diese Weise und nicht anderweitig von der Insolvenz erfährt, kann der Schuldner zudem als zuverlässiger erscheinen.

Eine angepasste Ratenzahlung könnte dann entweder aus dem unpfändbaren Einkommen des Schuldners oder aber von Dritten bedient werden. Ein klassischer Fall liegt dann vor, wenn etwa der Ehepartner die Zahlung übernimmt, um trotz Privatinsolvenz das Haus zu retten.

Bildnachweise:
– fotolia.com/JSB
– fotolia.com/djama

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (57 Bewertungen, Durchschnitt: 4,07 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*