Unpfändbares Einkommen: Was darf nicht gepfändet werden?

Unpfändbares Einkommen laut der Tabelle: Was ist unpfändbar?
Unpfändbares Einkommen laut der Tabelle: Was ist unpfändbar?

Wer Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommt oder zahlungsunfähig ist, muss damit rechnen, dass Gläubiger oder ein Insolvenzverwalter das Einkommen pfänden. Jedoch muss beachtet werden, dass es hier pfändbares und unpfändbares Einkommen gibt.

Nicht nur Lohnbestandteile können unpfändbar sein, sondern auch gewisse Sonderzahlungen, die freiwillig durch den Arbeitgeber getätigt werden. Aber was darf alles nicht gepfändet werden vom Lohn? Und was sind nicht pfändbare Bezüge? Diese Fragen sollen im Folgenden geklärt werden.

Unpfändbares Einkommen kurz zusammengefasst

  1. Im Rahmen einer Zwangsvollstreckung oder eines Insolvenzverfahrens kann das Einkommen eines Schuldners gepfändet werden. Doch nicht alle Bezüge sind pfändbar.
  2. Im Rahmen einer Lohnpfändung, kann ein Teil des Gehalts gepfändet werden. Den nicht pfändbare Teil behält der Schuldner. Die Höhe des Freibetrages richtet sich nach der geltenden Pfändungsfreigrenze.
  3. Doch auch gewisse Sonderzahlungen durch den Arbeitgeber können vor der Pfändung geschützt sein. Zum Teil unpfändbare Bezüge sind zum Beispiel Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und die Überstundenvergütung.

Nicht pfändbarer Lohn: Was kann gepfändet werden und was nicht?

Zu einem gewissen Anteil sind Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld unpfändbar.
Zu einem gewissen Anteil sind Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld unpfändbar.

Kommt es zu einer Lohnpfändung, darf nur ein bestimmter Teil des Gehalts gepfändet werden. Ein nicht pfändbarer Betrag wird vom Arbeitgeber an den Schuldner überwiesen, den pfändbaren Teil erhält der Gläubiger.

Trotz der Pfändung geht der Schuldner also nicht leer aus. Unpfändbares Einkommen bleibt dem Betroffenen somit für den Selbstbehalt. Dadurch wird ermöglicht, dass sein Existenzminimum gesichert ist und dieser trotz Schulden weiterhin wichtige Lebenshaltungskosten decken und zum Beispiel auch Unterhalt zahlen kann.

Der nicht pfändbare Betrag wird Freibetrag genannt. Die Höhe des Freibetrags richtet sich nach der geltenden Pfändungsfreigrenze und hängt auch von folgenden Faktoren ab:

  • Höhe des Nettoeinkommens
  • Unterhaltspflicht gegenüber Ex-Partnern oder Kindern

Für nicht unterhaltspflichtige Schuldner liegt der Freibetrag derzeit bei 1.139,99 Euro netto. Dabei handelt es sich also um unpfändbare Lohnbestandteile. Alles was darüber hinausgeht, ist hingegen pfändbar. Verdient der Schuldner allerdings weniger, ist das gesamte Einkommen unpfändbar.

Was sind unpfändbare Bezüge?

Nicht pfändbares Einkommen bei einer Privatinsolvenz: Was ist nicht pfändbar?
Nicht pfändbares Einkommen bei einer Privatinsolvenz: Was ist nicht pfändbar?

Viele Arbeitnehmer erhalten Sonderzahlungen vom Arbeitgeber. Handelt es sich dabei um nicht pfändbare Bezüge? Welche Sondervergütungen als unpfändbares Einkommen gelten, wird durch die Zivilprozessordnung (ZPO) festgelegt. In § 850a werden nicht pfändbare Beträge aufgeführt. Dazu gehören:

  • Vergütung von Überstunden (zur Hälfte)
  • Urlaubsgeld, solange dieses im üblichen Rahmen liegt
  • Aufwandsentschädigungen wie zum Beispiel Spesen, vorausgesetzt diese übersteigen nicht den üblichen Rahmen
  • Weihnachtsgeld (höchstens bis 500 Euro)
  • Geburtsbeihilfen
  • Erziehungsgelder
  • Sterbe- und Gnadenbezüge aus Arbeits- oder Dienstverhältnissen
  • Blindenzulagen

Was gilt als nicht pfändbares Einkommen in der Privatinsolvenz? Was darf bzw. kann nicht gepfändet werden? Pfändbares Einkommen muss auch in einer Insolvenz berücksichtigt werden. Auch im Rahmen eines Insolvenzverfahrens. Unpfändbares Einkommen darf auch hier nicht bei der Pfändung berücksichtigt werden.

Achtung: Falls unpfändbares Einkommen in einer Privatinsolvenz oder bei einer Zwangsvollstreckung trotz allem widerrechtlich gepfändet wird, kann eventuell ein Antrag auf Freigabe der unpfändbaren Einkünfte gestellt werden. Wenden Sie sich in diesem Fall gegebenenfalls an einen Anwalt.

Bildnachweise:
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