Existenzminimum in Deutschland: Höhe und Definition

Wie hoch ist das Existenzminimum für 1 Person?
Wie hoch ist das Existenzminimum für 1 Person?

Beim Existenzminimum geht es darum, die Frage zu klären, wie viel eine Person mindestens braucht, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. In bestimmten Fällen muss dieses bestimmt werden, um zu klären, wie viel Geld einer Person zusteht.

Zum Beispiel muss nach Abzug der Einkommensteuer mindestens ein bestimmter Betrag übrig bleiben, die der Steuerpflichtige behalten und zur Zahlung von Lebenshaltungskosten benutzen kann.

Ist eine Person verschuldet und es kommt zur Insolvenz, bestimmt das Existenzminimum, wie viel Geld der Schuldner selbst behalten kann und somit von einer Pfändung unangetastet bleibt.

Existenzminimum kurz zusammengefasst

  1. Es kann zwischen soziokulturellem, steuerrechtlichem und schuldrechtlichem Existenzminimum unterschieden werden.
  2. Die Bundesregierung legt alle zwei Jahre einen Existenzminimumbericht vor, da sich die Lebenshaltungskosten im Laufe der Zeit verändern.
  3. Regelbedarfe, Bildungs- und Teilhabeleistungen, Wohnraumkosten und Heizkosten werden in die Berechnung des Existenzminimums einbezogen.

Existenzminimum: Definition

Wie hoch ist das Existenzminimum in Deutschland pro Monat?
Wie hoch ist das Existenzminimum in Deutschland pro Monat?

Grundsätzlich wird von Existenzminimum gesprochen, wenn es um die Frage geht, wie viel Geld einer Person mindestens zusteht, damit sie den Lebensunterhalt bestreiten kann. Es gibt darüber hinaus aber verschiedene Ansätze, um das Konzept des Existenzminimums zu erklären.

Volkswirtschaftlich gesehen, ist die Höhe des Existenzminimums abhängig von dem Lebensstandard und vom technischen und kulturellen Stand der wirtschaftlichen Entwicklung einer Gesellschaft. Die Höhe kann von Land zu Land unterschiedlich ausfallen.

Einkommensteuerrechtlich gesehen, muss dem Steuerpflichtigen nach Abzug der Einkommensteuer mindestens so viel von seinen Einkünften verbleiben, dass derjenige davon seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Dies wird als Existenzminimum bezeichnet.

  • Physisches Existenzminimum: Hierbei geht es um die Befriedigung der materiellen Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Unterkunft und medizinische Versorgung. Hierzu gehören auch das steuerrechtliche und das schuldrechtliche Existenzminimum.
  • Soziokulturelles Existenzminimum: Hier sind hingegen immaterielle Güter gemeint, durch welche einer Person die Teilhabe am politischen, sozialen und kulturellen Leben einer Gesellschaft ermöglicht werden kann.

Schuldrechtliches Existenzminimum

Das schuldrechtliche Existenzminimum ist dann wichtig, wenn es aufgrund einer Überschuldung zu einem Insolvenzverfahren kommt und die Insolvenzmasse gebildet werden muss. Das schuldrechtliche Existenzminimum räumt dem Schuldner einen Selbstbehalt in einer bestimmten Höhe ein, der dann mittels Pfändungsschutzkonto (P-Konto) vor der Pfändung geschützt werden kann.

Steuerrechtliches Existenzminimum

Wie hoch ist das Existenzminimum für eine Familie mit 2 Kindern?
Wie hoch ist das Existenzminimum für eine Familie mit 2 Kindern?

Mit steuerrechtlichem Existenzminimum ist die Einkommensgrenze gemeint. Befinden sich Personen und deren Familien unter dieser Einkommensgrenze, werden sie von der Einkommenssteuer befreit.

Deshalb wird das steuerrechtliche Existenzminimum auch als steuerfreies Existenzminimum bezeichnet. Das steuerliche Existenzminimum darf laut Bundesverfassungsgericht nicht geringer als das Sozialhilfeniveau ausfallen.

Die Mindestbeiträge, die von der Einkommensteuer freizustellen sind, werden im Existenzminimumbericht festgehalten. Der Bericht orientiert sich an den Regelungen des Sozialrechts. Das Existenzminimum wird dabei als Grundfreibetrag bezeichnet. Das Existenzminimum für Kinder heißt Kinderfreibetrag.

Wie hoch ist das Existenzminimum in Deutschland?

Die Bundesregierung legt alle zwei Jahre einen Existenzminimumbericht vor. So wird die Höhe des Existenzminimums an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten angepasst. Um das Existenzminimum zu berechnen, wird der sozialhilferechtliche Mindestbedarf herangezogen. Dieser wird, wie bereits erwähnt, vom Bundesverfassungsgericht festgelegt.

Der Lebensunterhalt setzt sich zusammen aus:

  • dem Regelbedarf (Nahrungsmittel, Mittel zur Körperpflege, Hausrat)
  • Bildungs- und Teilhabeleistungen (z. B. Schulbedarf)
  • Wohnraumkosten (Mietkosten etc.)
  • Heiz- und Warmwasserkosten
Wie hoch ist denn eigentlich das Existenzminimum in Deutschland? Der Grundfreibetrag, der von der Einkommenssteuer unangetastet bleibt, lag im Jahr 2017 bei 8.820 Euro für Alleinstehende und bei 17.640 Euro für Ehepaare. Der Kinderfreibetrag lag bei 3.678 Euro pro Elternteil.

Existenzminimum für Rentner

Wie hoch ist das Existenzminimum für Rentner?
Wie hoch ist das Existenzminimum für Rentner?

Auch für Rentner spielt das Existenzminimum eine immer größere Rolle. Bei Eintritt in die Rente steht ihnen schließlich nicht mehr das volle Gehalt zu, dass ihnen vorher die Ausübung eines Berufs eingebracht hat. Altersarmut ist in Deutschland keine Seltenheit mehr. Viele Menschen haben im Alter nicht mehr genug Geld, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Aus diesem Grund gibt es in Deutschland die Grundsicherung. Dabei handelt es sich um eine Sozialleistung, die alle Leistungen beinhaltet, die auch bei Inanspruchnahme von Sozialhilfe gezahlt werden. Anspruch auf diese Leistung haben ältere Menschen, wenn die Rente nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Auch bei Bezug von Erwerbsminderungsrente haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf die Leistungen aus der Grundsicherung.

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