Schuldtitel: Definition, Beantragung und Verjährung

Was ist ein Titel bei Schulden?
Was ist ein Titel bei Schulden?

Eine dauerhafte Zahlungsunfähigkeit führt bei vielen Betroffenen häufig zur Überschuldung. Rechnungen können nicht mehr beglichen und die Forderungen der Gläubiger somit nicht befriedigt werden.

Gläubiger haben die Möglichkeit, mittels einer Zwangsvollstreckung ihre Forderungen doch noch durchzusetzen.

Doch was genau bedeutet eigentlich ein Titel bei Schulden? Wie können Gläubiger einen Schuldtitel erwirken und welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Wann tritt bei einem Schuldtitel die Verjährung ein?

Schuldtitel kurz zusammengefasst

  1. Mit einem Schuldtitel kann ein Gläubiger die Vollstreckung seiner Forderungen erwirken.
  2. Ein Schuldtitel kann auch gekauft oder verkauft werden.
  3. Die Verjährung tritt bei einem Schuldtitel nach 30 Jahren ein.

Schuldtitel Definition: Was ist ein Schuldtitel?

Ein vollstreckbarer Schuldtitel kann ein Urteil, ein Vergleich, ein Beschluss oder ein Vollstreckungsbescheid sein.
Ein vollstreckbarer Schuldtitel kann ein Urteil, ein Vergleich, ein Beschluss oder ein Vollstreckungsbescheid sein.

Ein Schuldtitel ist im Wesentlichen eine Bestätigung zum Beispiel durch ein Gericht, dass ein Schuldner bei einem Gläubiger Schulden hat und dazu verpflichtet ist, diese durch eine Zwangsvollstreckung zu begleichen. Ein vollstreckbarer Schuldtitel kann beispielsweise ein Urteil, ein Vergleich, ein Beschluss oder ein Vollstreckungsbescheid sein.

Ein Schuldtitel wird deshalb in diesem Sinne auch Vollstreckungstitel genannt. Ein Schuldtitel ist die Grundvoraussetzung für jegliche Vollstreckungsmaßnahmen. Das heißt, ohne einen Schuldtitel kann ein Gläubiger keine Zwangsvollstreckung anordnen.

Wie können Gläubiger einen Schuldtitel erlangen?

In einem ersten Schritt wird der Gläubiger dem Schuldner außergerichtliche Mahnungen zukommen lassen. Werden diese ignoriert und die Zahlungen trotz dessen nicht getätigt, kann ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet werden. Hierbei sind drei mögliche Ausgänge denkbar:

  • Der Schuldner begleicht seine offenen Rechnungen und das Mahnverfahren wird eingestellt.
  • Der Schuldner widerspricht der Forderung innerhalb von zwei Wochen. In diesem Fall müsste der Gläubiger Klage einreichen, um seine Forderungen durchzusetzen.
  • Der Schuldner widerspricht nicht, begleicht aber dennoch nicht seine Schulden. Reagiert der Schuldner also gar nicht, hat der Gläubiger in diesem Fall die Berechtigung dazu erlangt, einen Schuldtitel beantragen zu dürfen.

Ein Schuldtitel kann bei einem Amtsgericht beantragt werden. Erhält ein Gläubiger den Schuldtitel, kann er seine Forderungen mithilfe eines Gerichtsvollziehers auf verschiedene Arten vollstrecken lassen.

Schuldtitel kaufen oder verkaufen

Ein Schuldtitel kann tatsächlich auch gekauft oder verkauft werden: Ein Inkassounternehmen kann beispielsweise einen Schuldtitel von einem Gläubiger kaufen und erhält somit die Rechte, die offenen Forderungen beim Schuldner einzutreiben. Der Verkäufer erhält dafür eine bestimmte Summe als Gegenleistung.

Gläubiger können einen Schuldtitel verkaufen und sparen sich damit den Zeit- und Arbeitsaufwand, den sie für die Eintreibung ihrer Forderungen aufbringen müssten.

Wann tritt die Verjährung beim Schuldtitel ein?

Bei einem Schuldtitel tritt die Verjährung erst nach 30 Jahren ein.
Bei einem Schuldtitel tritt die Verjährung erst nach 30 Jahren ein.

Das Vorhandensein eines Schuldtitels bewirkt, dass eine frühe Verjährung verhindert wird. Forderungen verjähren nämlich in der Regel nach drei Kalenderjahren und zwar immer zum 1. Januar. Die tatsächliche Verjährungsfrist liegt also zwischen drei und vier Jahren.

Durch die Zustellung von Mahnungen wird die Verjährung übrigens nicht unterbrochen. Gemäß § 197 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) kann der Gläubiger durch einen Schuldtitel die Verjährungsfrist auf 30 Jahre verlängern.

Die Verjährungsfrist kann aber auch laut § 212 des BGB von vorn beginnen, wenn

  1. der Schuldner dem Gläubiger gegenüber den Anspruch durch Abschlagszahlung, Zinszahlung, Sicherheitsleistung oder in anderer Weise anerkennt oder
  2. eine gerichtliche oder behördliche Vollstreckungshandlung vorgenommen oder beantragt wird.

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