Schulden und deren Verjährung – Welche Fristen gelten?

Schulden unterliegen der Verjährung.
Schulden unterliegen der Verjährung.
Meistens gehen Verbraucher davon aus, dass die Gläubiger im Recht sind, wenn sie die Begleichung einer Rechnung anmahnen. Doch das ist nicht immer der Fall. Ein Aspekt, der oftmals übersehen wird, ist, dass Forderungen nicht ewig eingetrieben werden können. Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann sich der Schuldner weigern zu bezahlen. Die Rede ist von der Verjährung von Schulden.

Der folgende Ratgeber erklärt, wann sich Verbraucher hinsichtlich ihrer Schulden auf Verjährung berufen können.

Die Verjährung von Schulden kurz zusammengefasst

  1. Schulden unterliegen der Verjährung. In der Regel gilt eine Verjährungsfrist von 3 Jahren.
  2. In bestimmten Fällen gilt eine längere Verjährungsfrist. Außerdem kann die Verjährung von Schulden gehemmt sein.
  3. Die Verjährung von Steuerschulden richtet sich nach der Abgabenordnung, nicht nach dem Zivilrecht.

Wann verjähren Schulden und wann beginnt die Verjährungsfrist?

Bei Mietschulden tritt die Verjährung gewöhnlich nach 3 Jahren ein.
Bei Mietschulden tritt die Verjährung gewöhnlich nach 3 Jahren ein.
Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff der Verjährung von Schulden? Im Zivilrecht bedeutet dies, dass eine bestimmte Frist abgelaufen ist und der Gläubiger damit die Möglichkeit verliert, seinen Anspruch durchzusetzen.

Die Forderung besteht nach dieser Zeit zwar noch, aber der Schuldner kann sich dann wegen seiner „Einrede der Verjährungweigern zu zahlen.

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt laut § 195 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) 3 Jahre. Diese Frist beginnt zum Ende des Jahres, in welchem

  • der Anspruch des Gläubigers entstand und
  • dieser davon wusste oder hätte wissen müssen.

Wenn z. B. eine Forderung trotz ihrer Fälligkeit zum 31.08.2016 nicht bezahlt wurde, dann beginnt die Verjährungsfrist hierfür in der Regel am 31.12.2016. Drei Jahre später, am 01.01.2020 tritt bei diesen Schulden die Verjährung ein.

  • Diese reguläre Frist von 3 Jahren gilt z. B. für die Verjährung von Mietschulden.
  • Und wann verjähren Schulden bei Inkasso? Auch bei diesen Schulden tritt Verjährung gewöhnlich nach drei Jahren ein.
  • Die Verjährung von Steuerschulden richtet sich nicht nach dem Zivilrecht. Steuer­zahlungen verjähren gemäß § 228 Abgabenordnung (AO) in der Regel nach fünf Jahren.

Weitere Verjährungsfristen bei Schulden

Wann verjähren Steuerschulden? Laut Abgabenordnung in der Regel nach 5 Jahren.
Wann verjähren Steuerschulden? Laut Abgabenordnung in der Regel nach 5 Jahren.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann jedoch eine längere Verjährungsfrist gelten. Dies gilt beispielsweise für die Verjährung von Schulden mit Titel.

Wenn der Gläubiger einen vollstreckbaren Titel erworben hat (z. B. Urteil, gerichtlicher Vergleich oder Vollstreckungsbescheid), so tritt für die entsprechenden Schulden eine Verjährung erst nach 30 Jahren ein.

Außerdem kann es zu einer Fristverlängerung kommen. Denn bei Schulden kann die Verjährung auch gehemmt werden. Das geschieht z. B. dann, wenn der Gläubiger Klage erhebt oder eine Ratenzahlung vereinbart wird.

Achtung: Wenn Sie Ihre Schulden begleichen, obwohl diese bereits verjährt sind, dann können Sie dies nicht rückgängig machen. Deshalb sollten Sie derartige Fristen immer im Blick behalten und eine mögliche Verjährung gegebenenfalls von einer Schuldnerberatung oder einem Anwalt für Schulden prüfen lassen.

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