Steuerschulden: Wenn Schulden beim Finanzamt vorliegen

Steuerschulden beim Finanzamt sollten ernstgenommen werden.
Steuerschulden beim Finanzamt sollten ernstgenommen werden.
Wenn das Finanzamt eine Nachzahlung fordert, kann das bei manch einem zu finanziellen Engpässen führen. Sollte aber die Zahlung gar nicht möglich sein, so hat der säumige Steuerzahler Schulden beim Finanzamt, also Steuerschulden.

Diese können unangenehme Folgen haben. So können etwa nach unbeachteten Mahnungen direkt Pfändungen vorgenommen werden. Rückstände bei den Steuerzahlungen sollten also in jedem Fall ernstgenommen werden.

Im Folgenden geht es darum, welche Folgen genau eintreten können und was Schuldner machen können. Zudem soll die Frage behandelt werden, was mit Steuerschulden in einem Insolvenzverfahren passiert.

Steuerschulden kurz zusammengefasst

  1. Steuerschulden sollten ernstgenommen werden, weil auf der Grundlage des Steuerbescheids Vollstreckungen eingeleitet werden können.
  2. Schuldner können beispielsweise eine Stundung oder eine Ratenzahlung beantragen.
  3. Bei einer Überschuldung unterliegen Steuerschulden bei der Privatinsolvenz in der Regel auch der Restschuldbefreiung.

Wenn man Steuerschulden nicht zahlen kann

Wenn man Steuerschulden nicht zahlen kann, ist eine Pfändung möglich.
Wenn man Steuerschulden nicht zahlen kann, ist eine Pfändung möglich.
Wenn eine Steuernachzahlung gefordert wird, aber nicht genug Geld vorhanden ist, um diese fristgemäß zu leisten, kann es schnell passieren, dass eine Person Steuerschulden beim Finanzamt hat. Diese können zudem rasch teuer werden. Denn das Finanzamt verlangt bei Schulden einen Säumniszuschlag von 1 % pro Monat.

Doch dies ist nicht die einzige negative Konsequenz von Schulden beim Finanzamt. Wenn trotz erfolgter Mahnungen die Steuerschulden nicht gezahlt werden, kann das Finanzamt auf der Grundlage des Steuerbescheids eine Pfändung einleiten. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei Steuerschulden das Finanzamt eine Kontopfändung o. ä. durchführen könnte.

Bei Steuerschulden beträgt die Verjährung gemäß § 228 Abgabenordnung fünf Jahre. Allerdings kann diese Frist beispielsweise durch die Durchführung von Vollstreckungsmaßnahmen unterbrochen werden. In diesem Fall beginnt die Verjährungsfrist wieder von vorn.

Was tun? Bei Steuerschulden mit dem Finanzamt verhandeln

Wenn Sie Ihre Steuerschulden nicht zahlen können, sollten Sie so schnell wie möglich mit dem Finanzamt in Kontakt treten. Um Vollstreckungen zu vermeiden, haben Sie beispielsweise folgende Optionen:

  • Stundung der Steuerschuld beantragen
  • Ratenzahlung der Steuerschuld anbieten
  • Für die Steuerschulden einen Erlass erreichen

Schuldner können einen Stundungsantrag beim Finanzamt einreichen.
Schuldner können einen Stundungsantrag beim Finanzamt einreichen.
Soll der Fiskus die Steuerschulden stunden, müssen Sie einen Stundungsantrag beim Finanzamt einreichen und darlegen, weshalb keine fristgemäße Einmalzahlung für Sie möglich ist. Sinnvoll ist es auch, wenn Sie in Verbindung mit einer Stundung dem Finanzamt eine Ratenzahlung vorschlagen.

Wenn Sie Ihre Steuerschulden mit einer Ratenzahlung stückweise abbauen möchten, können Sie einen Antrag auf Ratenzahlung beim Finanzamt stellen. Auch bei einer solchen Rückzahlung werden in der Regel immer noch die monatlichen Säumnisaufschläge fällig.

Eine weitere Möglichkeit des Vorgehens bei Steuerschulden ist es, den Aufschub der Vollstreckung zu beantragen. Auch dies gibt Ihnen die Möglichkeit, die Schulden beim Finanzamt mit einer Ratenzahlung zu begleichen. Der Erlass von Steuerschulden ist hingegen nur in extremen Ausnahmefällen möglich.

Privatinsolvenz bei Steuerschulden

Sollten Sie überschuldet sein, haben Sie als Privatperson auch die Möglichkeit, mit Steuerschulden in die Insolvenz zu gehen. Grundsätzlich werden Schulden beim Finanzamt in einer Privatinsolvenz ebenso behandelt wie andere Verbindlichkeiten auch. Somit greift die Restschuldbefreiung auch bei Steuerschulden.

Eine Ausnahme besteht nach § 302 Insolvenzordnung (InsO) bei der Insolvenz für Steuerschulden, die sich aus Steuerstraftaten ergeben. Eine Steuerhinterziehung ist also von der Restschuldbefreiung ausgenommen.

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