Schulden bei der Krankenkasse: Bin ich trotzdem versichert?

Von Privatinsolvenz.net, letzte Aktualisierung am: 26. Oktober 2020

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Schulden bei der Krankenkasse: Kann ich wechseln?
Schulden bei der Krankenkasse: Kann ich wechseln?

Schulden können auf vielerlei Weise entstehen – auch eine Krankheit kann der Grund für eine Verschuldung sein. Wenn Sie Zahlungen nicht mehr tätigen, erhalten Sie bald darauf Zahlungserinnerungen und Mahnungen von den Gläubigern, die ihre offenen Forderungen eintreiben wollen.

Was passiert aber, wenn es sich bei dem Gläubiger um Ihre Krankenkasse handelt? Viele Betroffene fragen sich in dieser Situation, ob sie trotz ihrer Schulden bei der Krankenkasse versichert sind und ob sie behandelt werden, wenn sie erkranken oder sich verletzen.

Doch wer kann überhaupt Schulden bei der Krankenkasse machen und was können die Betroffenen dagegen tun? Wann tritt bei Krankenkassen-Schulden die Verjährung ein? All diese Fragen klären wir im Folgenden.

Schulden bei der Krankenkasse kurz zusammengefasst

Wie kommt es dazu, dass Versichterte Schulden bei der Krankenkasse haben?

In der Regel hat eine Person nur dann bei der Krankenkasse Schulden, wenn sie selbstständig oder privat versichert ist und die Beiträge aufgrund eines zu geringen Einkommens nicht bezahlen kann. Sie sind schlicht zahlungsunfähig.

Dürfen Versichterte trotz ihrer Beitragsschulden zum Arzt gehen?

Zumindest in Notfällen dürfen Versicherte trotz ihrer Schulden bei der Krankenkasse eine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen.

Wie werde ich meine Beitragsschulden los?

Versuchen Sie, mit der Krankenversicherung einen Plan zur Schuldenregulierung auszuhandeln und bieten Sie z. B. eine Ratenzahlung an.

Wer kann Schulden bei der Krankenkasse haben?

Haben Sie bei der Krankenkasse Schulden, tritt die Verjährung nach vier Jahren ein.
Haben Sie bei der Krankenkasse Schulden, tritt die Verjährung nach vier Jahren ein.

Sind Sie gesetzlich versichert, können Sie unter normalen Umständen keine Schulden bei der Krankenkasse machen. Denn normalerweise läuft die gesetzliche Krankenversicherung über Ihren Arbeitgeber.

Der Beitrag für die Krankenversicherung wird von Ihrem Bruttogehalt abgezogen und direkt an die Krankenkasse überwiesen. Wer also ein Arbeitseinkommen erzielt, kann keine Beitragsschulden bei der Krankenkasse machen.

Schulden bei der Krankenkasse können auch Hartz-4-Empfänger nicht haben. Sie werden nämlich bei der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Die Beiträge werden hier direkt vom Leistungsträger, also dem Jobcenter, an die jeweilige Krankenkasse gezahlt.

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Sind Sie allerdings selbstständig tätig oder privat versichert, ist es durchaus möglich, Schulden bei der Krankenkasse zu machen, da Sie hier die Beiträge selbst zahlen müssen.

Schulden bei der Krankenkasse: Kann ich trotzdem zum Arzt?

Schulden bei der Krankenkasse können sich negativ auf den Versicherungsschutz auswirken. Nach § 16 Abs. 3a S. 1 und 2 SGB V ruht der Anspruch auf die meisten Leistungen der Krankenversicherung, wenn der Versicherte …

mit einem Betrag in Höhe von Beitragsanteilen für zwei Monate im Rückstand sind und trotz Mahnung nicht zahlen.

Versicherte, die ihre Schulden bei der Krankenkasse regelmäßig per Ratenzahlung abzahlen, können wieder alle Leistungen in Anspruch nehmen und damit auch wie gewohnt zum Arzt gehen. Das Ruhen der Leistungen endet in diesem Fall und auch dann, wenn der Versicherte hilfebedürftig wird.

Darüber hinaus ist ein Arztbesuch trotz Schulden bei der Krankenkasse auch in Notfällen möglich, insbesondere für …

  • die Behandlung von akuten Erkrankungen und Schmerzen
  • Untersuchungen zur frühzeitigen Erkennung z. B. von Krebserkrankungen
  • erforderliche Leistungen während der Schwangerschaft und Mutterschaft

Schulden bei der Krankenkasse: Was nun beim Schuldenabbau helfen kann

Schulden bei der Krankenkasse: Melden Sie Privatinsolvenz an, fließen die Beitragsschulden in die Insolvenz mit ein.
Schulden bei der Krankenkasse: Melden Sie Privatinsolvenz an, fließen die Beitragsschulden in die Insolvenz mit ein.

In der Regel wird Ihnen die Krankenkasse Schulden nicht einfach erlassen. Wenn Sie Beträge nicht mehr zahlen können, sollten Sie sich mit der Krankenkasse in Verbindung setzen und versuchen, eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Dies hilft Ihnen nicht nur beim Schuldenabbau, sondern sorgt – wie soeben erwähnt – dafür, dass Sie wieder alle Versicherungsleistungen beanspruchen können.

Des Weiteren haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Machen Sie der Versicherung deutlich, dass Sie Ihre Schulden bei der Krankenkasse bezahlen wollen. Das verbessert Ihre Verhandlungsposition. Klären Sie mit Ihrer Versicherung, welche Zahlungsoptionen ist gibt. Erläutern Sie Ihre finanzielle Notlage und besprechen Sie auch Härtefälle mit der Kasse.
  • Erkundigen Sie sich bei der gesetzlichen Krankenkasse, inwieweit sich Ihre Beitragsschulden durch das Beitragsschuldengesetz reduzieren. In der Rückzahlungsvereinbarung sollte dies berücksichtigt werden.
  • Privatversicherte sollten sich nach Notlagentarifen und Härtefällen erkundigen.
  • Stellen die Schulden bei der Krankenkasse eine unzumutbare Härte für einen Selbstständigen oder Geringverdiener dar, kann dieser beim Jobcenter bzw. Grundsicherungsträger einen Zuschuss beantragen.

Haben Sie Schulden bei der Krankenkasse, kann eine Schuldnerberatung Ihnen beim Einigungsversuch mit der Versicherung helfen, insbesondere wenn sich diese wenig kooperativ zeigt. Auch Verbraucherzentralen bieten mitunter Hilfe an.

Schulden bei der Krankenkasse – wann tritt Verjährung ein?

In § 25 Viertes Sozialgesetzbuch (SGB IV) wird Folgendes zur Verjährung von nicht gezahlten Beiträgen geregelt:

Ansprüche auf Beiträge verjähren in vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie fällig geworden sind. Ansprüche auf vorsätzlich vorenthaltene Beiträge verjähren in dreißig Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie fällig geworden sind.

Wenn aber die Krankenkasse die Beiträge bereits per Bescheid festgesetzt und der Versicherte hiergegen keine Rechtsmittel eingelegt hat, ist dieser bestandskräftig und berechtigen die Krankenkasse dazu, die Zwangsvollstreckung einzuleiten. Sie muss sich hierfür nicht erst an ein Zivilgericht wenden. Der Beitragsbescheid gilt als Vollstreckungstitel über die Schulden bei der Krankenkasse.

Bildnachweise:
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Quellen und weiterführende Links

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One Reply to “Schulden bei der Krankenkasse: Bin ich trotzdem versichert?”

  1. Wenn man Schulden bei der Krankenkasse hat ( freiwillig Versichert) jedoch nun die Beiträge wieder monatlich zahlen kann, ist man dann wieder “normal” versichert?

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