Mietschulden: Was tun als Mieter?

Mietschulden – was nun? Rasches Handeln ist gefragt.
Mietschulden – was nun? Rasches Handeln ist gefragt.
Wenn das Geld vorne und hinten nicht langt und sich die Rechnungen stapeln, dann reicht es meistens auch für die Miete der Wohnung nicht mehr. Sind das eigene Einkommen und Vermögen zu gering, um alle Kosten zu decken, drohen Schulden als Konsequenz.

Bei Mietschulden sollten Mieter aber grundsätzlich sehr vorsichtig sein. Denn hier können die Folgen schnell sehr ernst und sehr konkret werden. Es sollte alles getan werden, um zu vermeiden, dass sie durch Mietrückstände am Ende aufgrund einer Kündigung durch den Vermieter auf der Straße landen.

Wo finde ich als Mieter finanzielle Hilfe bei Mietschulden? Was kann ich machen bei Mietschulden? Wie vermeide ich die Kündigung? Diese Fragen sollen im Folgenden behandelt werden.

Mietschulden kurz zusammengefasst

  1. Mietschulden können die Existenz des Schuldners gefährden und sollten daher höchste Priorität haben.
  2. Bei einem Mietrückstand von zwei Monaten kann eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden. Eine Zwangsräumung ist möglich.
  3. Hilfe und Unterstützung für Mieter bieten Schuldnerberatungsstellen sowie Jobcenter, Sozial- oder Wohnungsamt.

Was sind Mietschulden?

Mieter sind verpflichtet, dem Vermieter die Miete pünktlich zu bezahlen. Konkret heißt das: Sie müssen die Miete für die Wohnung stets bis zum dritten Werktag des Monats im Voraus zahlen. Kommen sie dieser Pflicht nicht oder nicht rechtzeitig nach, geraten sie in Mietrückstand: Sie haben Mietschulden bei ihrem Vermieter.

Miete im Rückstand: Was kann passieren?

Miete im Rückstand: Was kann passieren? Im schlimmsten Fall eine Zwangsräumung.
Miete im Rückstand: Was kann passieren? Im schlimmsten Fall eine Zwangsräumung.
Mietschulden sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da sie schwere Konsequenzen nach sich ziehen können.

Im schlimmsten Fall kann sogar die Obdachlosigkeit drohen, weil der Vermieter die Möglichkeit hat, eine Räumungsklage wegen Mietschulden einzureichen. Denn nach einem Mietrückstand von zwei Monaten ist eine fristlose Kündigung möglich.

Diese Rechte haben Vermieter bei Mietschulden: Sie dürfen eine fristlose Kündigung aussprechen, wenn der Mieter entweder zwei Monate hintereinander Mietschulden hat oder aber längere Zeit nicht die volle Miete für die Wohnung zahlt und die Summe der Mietschulden zwei Monatsmieten entspricht.

Was tun bei Mietschulden?

Mietschuldner sollten versuchen, so früh wie möglich zu handeln. Mietschulden gehören zu den sogenannten Primärschulden, sie können also die Existenz der betreffenden Person gefährden. Daher sollten sie stets Priorität haben und vor allen anderen Schulden bedient werden. Sobald also Geld da ist, sollten Sie zunächst die Mietschulden begleichen, um die Kündigung zu verhindern.

Zudem sollten Sie so früh wie möglich den Vermieter kontaktieren. Oft ist bei Mietschulden eine Ratenzahlung möglich. Da Maßnahmen wie eine Kündigung und eine Zwangsräumung immer mit Aufwand und Kosten verbunden sind, zeigen sich Vermieter in der Regel gesprächsbereit. Fragen Sie also ruhig nach, ob Sie die Mietschulden in Raten abzahlen können.

Wann tritt bei Mietschulden die Verjährung ein? Hier gilt die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren. Beginn der Frist ist am Ende des Jahres, in dem die Mietschulden entstanden. Nach drei Jahren darf der Vermieter diese nicht mehr einfordern.

Mietschulden angehäuft: Wer hilft mir bei Mietschulden?

Mietschulden: Wer kann helfen, an wen können Betroffene sich wenden?
Mietschulden: Wer kann helfen, an wen können Betroffene sich wenden?
Wer die Miete nicht zahlen kann, fragt sich oft: Wer kann helfen bei Mietschulden? Erste Anlaufstelle sind – wie bei allen anderen Schulden – die professionellen Schuldnerberatungsstellen. Gemeinnützige Träger bieten die Beratung kostenlos an.

Arbeitslose haben die Möglichkeit, bei Mietschulden Hilfe vom Jobcenter zu erhalten, wenn eine Wohnungslosigkeit droht. Dabei wird dem Antragsteller für die Mietschulden ein Darlehen gewährt, für dessen Rückzahlung üblicherweise die Regelleistungen gekürzt werden.

Wer kein Arbeitslosengeld II erhält, hat unter Umständen die Möglichkeit, dass das Sozialamt die Mietschulden übernimmt. Zudem sollte geprüft werden, ob möglicherweise ein Anspruch auf Wohngeld besteht.

Wer wegen Mietschulden seine Wohnung räumen muss, hat oft große Schwierigkeiten, eine neue Bleibe zu finden und steht womöglich ohne Obdach da. Eine neue Wohnung zu mieten trotz vorheriger Mietschulden ist nicht einfach.

In der Regel ziehen Mietschulden aber keinen Schufa-Eintrag nach sich, da hierfür der Vermieter Mitglied bzw. Vertragspartner der Auskunftei sein müsste.

In der Regel unterstützen die zuständigen Behörden der Kommune den Mietschuldner bei der Wohnungssuche, oftmals stehen auch Übergangswohnungen zur Verfügung. Die Beantragung eines Wohnberechtigungsscheins kann außerdem dabei helfen, eine Sozialwohnung trotz Mietschulden zu finden.

Bei Mietschulden gilt also: So schnell wie möglich handeln und Hilfe suchen. Ansprechpartner sind Schuldnerberatungen sowie Behörden wie das Sozial- oder Wohnungsamt.

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