Schuldnerberatung: Welche Kosten entstehen?

Verursacht eine Schuldnerberatung immer Kosten?
Verursacht eine Schuldnerberatung immer Kosten?
Überschuldete Menschen sind mit ihrer Situation oft überfordert und finden allein keinen Ausweg. Zur finanziellen und seelischen Belastung gesellt sich der Druck, den Gläubiger ausüben, um ihr Geld einzutreiben. Verbraucher, die sich in einer solchen Notlage befinden, sind gut beraten, sich professionelle Hilfe zu suchen. Doch was kostet die fachliche Unterstützung? Der folgende Ratgeber erklärt, welche Kosten eine Schuldnerberatung verursachen kann und ob es kostenlose Angebote gibt.

Kosten der Schuldnerberatung kurz zusammengefasst

  1. Staatliche und gemeinnützige Einrichtungen bieten eine kostenlose Schuldnerberatung an.
  2. Mittellose Menschen können die Kosten einer Schuldnerberatung durch einen Anwalt sparen, wenn sie einen entsprechenden Beratungshilfeschein vom Gericht erhalten. Dieser kostet 15 Euro.
  3. Lassen Sie sich die Kosten für die Schuldnerberatung genau erklären und aufschlüsseln, bevor Sie den Beratungsvertrag unterschreiben.

Mit welchen Kosten muss ich bei einer Schuldnerberatung rechnen?

Die günstigste Variante, sich bei der Schuldenregulierung helfen zu lassen, sind die zahlreichen kostenlosen Angebote. Es gibt viele anerkannte öffentliche und gemeinnützige Schuldnerberatungsstellen, die Verbraucher kostenlos zu ihren Schulden beraten und auf dem Weg aus der Schuldenfalle begleiten. Hierzu gehören:

  • kommunale und andere staatliche Einrichtungen
  • Verbraucherzentralen
  • Gemeinnützige Träger wie die Arbeiterwohlfahrt oder Caritas

Gemeinnützige Einrichtungen verlangen meist keine Kosten für die Schuldnerberatung.
Gemeinnützige Einrichtungen verlangen meist keine Kosten für die Schuldnerberatung.
Leider ist die Nachfrage so groß, dass Schuldner lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, bevor sie einen Termin erhalten. So können schon einmal Wochen oder Monate verstreichen, bevor der Betroffene zum ersten Beratungstermin eingeladen wird. In extremen Notlagen, z. B. bei drohender Wohnungslosigkeit wegen Mietschulden, ist sofortiges Handeln entscheidend.

Weisen Sie gleich beim ersten Telefonat bzw. Gespräch auf diese Dringlichkeit hin. Viele Beratungsstellen bieten in diesem Fall eine kurzfristige Beratung z. B. per Telefon oder online an.

Die Kosten bei einer Schuldnerberatung durch einen Rechtsanwalt

Eine Alternative zur kostenlosen Schuldnerberatung sind Rechtsanwälte für Schulden oder Insolvenzrecht. Sie kommt vor allem dann in Betracht, wenn Schuldner keinen zeitnahen Beratungstermin bei einer kostenlosen Beratungsstelle erhalten und trotzdem gezwungen sind, schnell zu handeln. Hier erhalten Betroffene juristischen Beistand von Experten. Der Nachteil: Ein Anwalt kostet Geld – Geld, das ein Schuldner in dieser Situation kaum aufbringen kann.

Die gute Nachricht: Mittellose Personen haben die Chance auf eine Kostenübernahme der Schuldnerberatung. Gemeint ist der Beratungshilfeschein für die außergerichtliche Vertretung und Beratung durch einen Anwalt. Diesen können Sie beim Amtsgericht an Ihrem Wohnsitz beantragen.

Beauftragen Sie einen Anwalt als Schuldenberater, entfallen die Kosten, wenn Sie einen Beratungshilfeschein haben.
Beauftragen Sie einen Anwalt als Schuldenberater, entfallen die Kosten, wenn Sie einen Beratungshilfeschein haben.
Beantragen Sie Beratungshilfe, bevor Sie den Anwalt beauftragen. Anderenfalls bleiben Sie auf den Anwaltskosten sitzen, wenn die Hilfe abgelehnt wird. Bei Bewilligung entfallen die Anwaltskosten für die Schuldnerberatung. Es wird lediglich eine Gebühr von 15 Euro fällig.

Beratungshilfe können vor allem folgende Personengruppen in Anspruch nehmen:

  • Bezieher von Hartz IV oder Sozialhilfe
  • Personen mit einem ähnlichen Einkommen wie ALG 2-Bezieher
  • Schuldner, die aufgrund einer Pfändung vom Existenzminimum leben müssen

Welche Kosten für die Schuldnerberatung entstehen bei anderen Anbietern

Neben den benannten Schuldnerberatungsstellen und Anwälten gibt es noch andere Anbieter. Auch deren Beratungsangebot ist kostenpflichtig. Hier ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Anbieter arbeiten seriös. Und so manches schwarze Schaf lässt seinen Kunden über die Kosten im Unklaren, sodass es am Ende ein böses Erwachen gibt.

Um dies zu vermeiden, sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

  • Lassen Sie sich im Erstgespräch vor einem Vertragsabschluss die Kosten der Schuldnerberatung genau erklären: Wann, wofür und in welcher Höhe fallen Gebühren an und wie setzen sich diese zusammen?
  • Prüfen Sie den Beratungsvertrag genau, bevor Sie diesen unterschreiben.
  • Achten Sie darauf, ob der Beratungsvertrag auch die Kosten der Rechtsberatung einschließt oder ob doppelte Kosten entstehen für Schuldnerberatung und Anwalt.
  • Seriöse Schuldenberater gestalten ihre Kosten transparent und machen von vornherein klar, welche Zahlungen wann wofür fällig werden. Auch ist geklärt, wie viel das Verfahren insgesamt kostet.
Bei vagen Aussagen über Kosten und Dauer der Beratung sollten Sie umgehend einen anderen Schuldnerberater aufsuchen.

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