Doppelpfändung: Konto- und Lohnpfändung zugleich

Doppelpfändung: Hierbei werden Gehalt und Konto eines Schuldners gepfändet.
Doppelpfändung: Hierbei werden Gehalt und Konto eines Schuldners gepfändet.

Kann ein Schuldner seine Schulden nicht abbezahlen, hat ein Gläubiger die Möglichkeit, seine Geldforderungen mittels einer Pfändung einzutreiben. Bei einer einfachen Pfändung kann zum Beispiel das Konto oder der Lohn einer verschuldeten Person gepfändet werden.

Wie viel jeweils vom Lohn und vom Konto gepfändet werden darf, richtet sich nach den geltenden Pfändungsfreigrenzen. Ein Grundfreibetrag und statische Freibeträge können bei der Kontopfändung geschützt werden, wenn der Schuldner handelt. Vom Lohn darf immer nur ein Teil gepfändet werden.

Bei einer Doppelpfändung werden Lohn und Konto gepfändet. Doch wird bei einer Doppelpfändung das Konto und das Gehalt gleichzeitig gepfändet und ist das überhaupt zulässig? Das erfahren Sie im Folgenden.

Doppelpfändung kurz zusammengefasst

  1. Im Rahmen einer Doppelpfändung können der Lohn und das Konto eines Schuldners gepfändet werden.
  2. Bei der Lohnpfändung überweist der Arbeitgeber des Schuldners den pfändbaren Teil des Lohns an den Gläubiger, den unpfändbaren Teil erhält der Verschuldete auf sein Konto.
  3. Bei der darauffolgenden Kontopfändung wird der unpfändbare Teil des Lohns wieder der Pfändung ausgesetzt und der festgesetzte Freibetrag dadurch überschritten. Der Schuldner kann in diesem Fall die Freigabe des überschrittenen Betrags beantragen.

Kontopfändung als ein Teil der Doppelpfändung

Doppelpfändung: Durch ein P-Konto kann ein gewisser Betrag vor der Pfändung geschützt werden.
Doppelpfändung: Durch ein P-Konto kann ein gewisser Betrag vor der Pfändung geschützt werden.

Kommt es zu einer Kontopfändung, kann das Guthaben zusammen mit allen Einkünften und Sozialleistungen gepfändet werden. Betroffene können in diesem Fall ihr Vermögen oder ihr Einkommen schützen, indem sie ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) einrichten lassen.

Dieses Konto kann zwar trotzdem gepfändet werden, jedoch bleibt dem Schuldner hierbei Grundfreibetrag zum Selbstbehalt. So soll das Existenzminimum gesichert werden.

Dieser Grundfreibetrag kann erhöht werden, indem der Erhalt von unpfändbarem Einkommen mittels einer Pfändungsschutzkonto-Bescheinigung nachgewiesen und der Bank vorgelegt wird. Auf dieser ist der Grundfreibetrag sowie Zusatzleistungen vermerkt.

Doppelpfändung: Was passiert bei einer Lohnpfändung?

Bei einer Lohnpfändung wird das Gehalt eines Schuldners gepfändet. Hierbei wird aber nur ein Teil des Lohns gepfändet. Der volle Lohn landet hierbei gar nicht erst auf dem Konto des Schuldners, sondern wird vom Arbeitgeber einbehalten und aufgeteilt.

Dieser ist auch dafür zuständig, zu berechnen, wie viel des Gehalts gepfändet werden darf. Den pfändbaren Teil überweist der Arbeitgeber dann direkt an den Gläubiger, den unpfändbaren Teil erhält der Gläubiger als Selbstbehalt. Dadurch kann der Schuldner wichtige Lebenshaltungskosten decken.

Wie läuft eine Doppelpfändung ab und was genau wird gepfändet?

Im schlimmsten Fall kann es zu einer Doppelpfändung kommen, bei der Lohn und Konto gepfändet werden. Bei einer Doppelpfändung kann also ein höherer Betrag gepfändet werden als bei einer einzelnen Lohn- oder Kontopfändung. Eine Doppelpfändung läuft dann folgendermaßen ab:

Doppelpfändung: Das Finanzamt kann auch unter den Gläubigern sein, die ihre Forderungen mittels Pfändung durchsetzen wollen.
Doppelpfändung: Das Finanzamt kann auch unter den Gläubigern sein, die ihre Forderungen mittels Pfändung durchsetzen wollen.
  • Zuerst wird der Lohn des verschuldeten Arbeitnehmers gepfändet. Wie bereits erwähnt, wird der pfändbare Teil des Lohns an den Gläubiger überwiesen und der Schuldner erhält den unpfändbaren Teil auf sein Konto.
  • Bei der anschließenden Kontopfändung werden nur der Grundfreibetrag und die statischen Freibeträge vor der Pfändung geschützt, wenn es sich bei dem Konto um ein Pfändungsschutzkonto handelt. Der unpfändbare Teil des Lohns wird hier erneut der Pfändung ausgesetzt.

Der festgesetzte Freibetrag wird dadurch überschritten. Daraus folgt, dass der Schuldner nicht den vollen unpfändbaren Lohn erhält. Um den nicht pfändbaren, den festgesetzten Freibetrag übersteigenden Lohnzu erhalten, muss der Schuldner nun einen Antrag beim Amtsgericht stellen, damit er den überstehenden Betrag zusätzlich zum statischen Freibetrag erhält.

Ist eine Doppelpfändung eigentlich unzulässig?

Ein Gläubiger darf Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, die per Gesetz zugelassen sind, auch parallel durchführen. Ein Verbot der Doppelpfändung gibt es demnach nicht. Auch muss für eine Doppelpfändung kein spezieller Antrag gestellt werden.

Kommt es aber zu einer Doppelpfändung durch den gleichen Gläubiger, kann die Pfändung unzulässig sein, wenn ein das Konto oder der Lohn zweimal wegen derselben Forderung gepfändet wird. Eine Doppelpfändung kann durch verschiedene Gläubiger ausgeübt werden.

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