P-Konto: Bankkonto mit integriertem Pfändungsschutz

Wann kommt ein P-Konto in Frage?
Wann kommt ein P-Konto in Frage?
Wer viele Schulden hat und in eine Situation geraten ist, in der Vollstreckungsmaßnahmen drohen, hat ein grundlegendes Interesse an einem wirksamen Pfändungsschutz. Denn zur Sicherung des Existenzminimums steht jedem ein Freibetrag zu, der nicht gepfändet werden darf.

Die Einrichtung eines P-Kontos ist ein praktischer Weg, den jeweils zustehenden Pfändungsschutz umzusetzen. Was dieses P-Konto genau ist, darum soll es in diesem Ratgeber gehen.

Was muss ich beachten, um ein P-Konto zu eröffnen? Ist dies online möglich? Wann ist für ein Pfändungsschutzkonto eine Bescheinigung nötig? Erfahren Sie im Folgenden mehr.

Das P-Konto kurz zusammengefasst

  1. Das Pfändungsschutzkonto (P-Konto) schützt ein Guthaben von 1133,80 Euro monatlich.
  2. Dieser Freibetrag kann bei entsprechenden weiteren Ansprüchen durch Nachweise erhöht werden.
  3. Jedes Girokonto lässt sich kostenfrei in ein P-Konto umwandeln. Die Banken sind hierzu gesetzlich verpflichtet.

Was ist ein P-Konto?

Der Begriff „P-Konto“ ist schnell entschlüsselt: Es handelt sich hierbei um ein Pfändungsschutzkonto. Doch was ist ein Pfändungsschutzkonto?

Ein solches Konto, bisweilen auch als P-Schutzkonto oder (ein wenig irreführend) als Pfändungskonto bezeichnet, bietet dem Inhaber – wie der Name schon sagt – Schutz vor Pfändungen. Daher eignet es sich für alle Personen, die aufgrund von Schulden von solchen Vollstreckungsmaßnahmen betroffen sind.

Allerdings ist es kein unpfändbares Konto. Lediglich der entsprechende Freibetrag ist beim P-Konto geschützt. Für alles, was darüber hinausgeht, kann es also dennoch zu einer Pfändung trotz bestehendem P-Konto kommen.

Wie hoch ist beim Pfändungsschutzkonto der Freibetrag?

P-Konto: Welcher Freibetrag steht Schuldnern zu, die von Pfändungen betroffen sind?
P-Konto: Welcher Freibetrag steht Schuldnern zu, die von Pfändungen betroffen sind?
Der Grundschutz eines P-Kontos beträgt immer 1133,80 Euro. Darüber hinaus kann der Schutz durch den Nachweis weiterer Ansprüche erweitert werden. Anders gesagt: Der P-Konto-Freibetrag lässt sich erhöhen.

Hierzu ist es notwendig, den individuellen P-Konto-Freibetrag zu berechnen. Was kann diesen Betrag beeinflussen? Denkbar sind gemäß § 850k Zivilprozessordnung (ZPO) zum Beispiel folgende Auslöser:

  • Unterhaltspflichten
  • Kindergeld
  • Sozialleistungen

Inwieweit bestehende Unterhaltspflichten die Freigrenzen erhöhen, lässt sich jeweils der aktuellen Pfändungstabelle entnehmen. Das Kindergeld ist nur dann geschützt, wenn die Pfändung keine Unterhaltsforderungen für ein Kind betreffen.

Um einen solchen erweiterten Schutz für Ihr P-Konto zu beantragen, brauchen Sie Nachweise. Eine solche Bescheinigung für Ihr P-Konto können Sie beispielsweise beim Sozialleistungsträger, bei Familienkassen, bei anerkannten Schuldnerberatungsstellen oder bei Rechtsanwälten erhalten.

Sollte die Bank eine für das P-Konto ausgestellte Bescheinigung nicht akzeptieren und daher den Ihnen zustehenden Freibetrag nicht schützen, können Sie diesen Schutz notfalls auch beim Vollstreckungsgericht beantragen.

Wie kann ich ein Pfändungsschutzkonto beantragen?

Wenn Sie ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) einrichten möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • ein neues Pfändungsschutzkonto eröffnen
  • ein bestehendes Girokonto umwandeln

P-Konto eröffnen: Der Antrag kann gestellt werden, wenn eine Pfändung droht.
P-Konto eröffnen: Der Antrag kann gestellt werden, wenn eine Pfändung droht.
Viele fragen sich, ob Sie ein P-Konto auch online eröffnen oder beantragen können. In der Regel stellen die meisten Banken das Antragsformular im Internet zur Verfügung. Allerdings muss dieses anschließend ausgedruckt und unterschrieben an die Bank geschickt werden. Ausschließlich online ein P-Konto zu eröffnen, ist also in der Regel nicht möglich.

Wenn Sie bereits über ein Girokonto verfügen, können Sie dieses in ein P-Konto per Antrag umwandeln lassen, wenn eine Pfändung ansteht oder bereits erfolgt ist. Der Pfändungsschutz gilt nämlich auch für Pfändungen, die bis zu vier Wochen vor der Umwandlung des Kontos zugestellt worden sind.

Der Pfändungsschutz tritt allerdings nicht automatisch ein, sobald eine Pfändung erfolgt. Sie müssen also selbst tätig werden und sich darum kümmern, dass Ihr Konto in ein P-Konto umgewandelt wird.

Mehrere Konten oder mehrere Menschen: Was ist zu beachten?

Inhaber eines Girokontos, das als Gemeinschaftskonto geführt wird, müssen beachten, dass ein P-Konto nur als Einzelkonto möglich ist. Dies sollte rechtzeitig bedacht werden, damit bei Eintritt von Pfändungen ein Einzelkonto vorliegt, auf dem der Pfändungsschutz gewährt werden kann.

Des Weiteren sollte beachtet werden, dass jeder nur ein P-Konto haben darf. Anderenfalls liefe dies auf die mehrfache Gewährung des Pfändungsschutzes hinaus. Daher muss bei der Umwandlung oder Eröffnung eines P-Kontos versichert haben, dass keine weiteren solchen Konten bestehen. Dies kann über eine Anfrage bei Auskunfteien überprüft werden, sodass Falschaussagen wenig sinnvoll und nicht zu empfehlen sind.

P-Konto-Einrichtung: Welche Pflichten die Bank hat

P-Konto: Banken müssen die Umwandlung innerhalb von vier Tagen durchführen, wenn gepfändet wird.
P-Konto: Banken müssen die Umwandlung innerhalb von vier Tagen durchführen, wenn gepfändet wird.
Ob Sie nun bereits ein Girokonto besitzen oder nicht – in jedem Fall haben Sie das Recht auf ein P-Konto. Denn bei einem bestehenden Konto ist die Bank auf Antrag des Kontoinhabers verpflichtet, bei Vorliegen einer Pfändung eine Umwandlung innerhalb von vier Geschäftstagen durchzuführen. Diese muss kostenlos erfolgen.

Wer kein Konto hat, für den gilt: Jeder hat in Deutschland Anspruch auf ein Konto. Die Banken sind daher verpflichtet, jedem zumindest ein Basiskonto zur Verfügung zu stellen. Dieses kann auf Antrag direkt als P-Konto eröffnet oder später umgewandelt werden.

P-Konto: Mit welchen Gebühren ist zu rechnen?

Zwar darf die Umwandlung eines bestehenden Girokontos in ein P-Konto nicht mit Kosten verbunden sein, doch für das P-Konto selbst dürfen Banken Gebühren verlangen. Diese müssen aber angemessen sein und sich somit im Bereich üblicher Kontoführungsgebühren befinden.

Bei der Umwandlung eines bestehenden Girokontos dürfen laut mehreren Urteilen des Bundesgerichtshofs die Gebühren nicht erhöht werden, da es sich beim P-Konto nicht um ein eigenes Kontomodell, sondern eine Ergänzung zum zugrundeliegenden Konto handelt.

Was ein P-Konto für Nachteile haben kann

Ein P-Konto kann Nachteile haben: Bonitätsabhängige Leistungen können wegfallen.
Ein P-Konto kann Nachteile haben: Bonitätsabhängige Leistungen können wegfallen.
Wenn keine Pfändungen zu befürchten sind, besteht kein Grund, ein P-Konto zu haben. Zwar schützt ein P-Konto vor der Pfändung durch einen Gläubiger, weitere Vorteile hat es in der Regel jedoch nicht. Stattdessen ist mit einem eingeschränkten Leistungsumfang zu rechnen.

Auch wenn Leistungen des ursprünglichen Kontos wie das Abheben von Bargeld oder die Nutzung von Onlinebanking nach der Umstellung weiterhin zur Verfügung gestellt werden müssen, ist dies zum Teil nicht der Fall. Der Kontoinhaber muss dann selbst aktiv werden und die Bank darauf hinweisen.

Lediglich bonitätsabhängige Leistungen wie Überziehungskredite o.ä. dürfen entfallen. Für viele geht damit ein Verlust an Komfort einher, sodass ohne Not nicht auf ein P-Konto zurückgegriffen werden sollte.

Bildnachweise:
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