Auskehrungskonto: Wichtige Funktion beim P-Konto

Von Privatinsolvenz.net, letzte Aktualisierung am: 17. November 2022

Was ist ein PSK-Auskehrungskonto?
Was ist ein PSK-Auskehrungskonto?

Gläubiger können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um an das Geld eines Schuldners zu gelangen. Eine davon ist die Kontopfändung. Droht eine solche, sollten Schuldner schnell tätig werden und ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto – kurz PSK oder P-Konto genannt – umwandeln lassen.

Auf diesem Konto ist eine bestimmte Summe vor der Pfändung geschützt. Beträge, die darüber hinaus gehen, werden gepfändet. Doch das Geld geht nicht, wie häufig angenommen, sofort an den oder die Gläubiger. Dafür sorgt das sogenannte Auskehrungskonto. Was ist das Besondere daran? Das erklären wir im Folgenden.

Auskehrungskonto kurz zusammengefasst

Wie kann ich mein Konto vor einer Pfändung schützen?

Dazu müssen Sie Ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen.

Wie viel Geld darf auf ein P-Konto eingehen?

Es sind nur Geldeingänge geschützt, die unter dem Freibetrag liegen. Dieser beträgt aktuell 1.340 Euro, kann je nach Einzelfall jedoch unter anderem mit einer P-Konto-Bescheinigung erhöht werden.

Was bedeutet das Wort Auskehrung?

Eine Auskehrung ist die Zahlung einer Geldsumme an eine Person, die einen Anspruch darauf hat – also etwa einen Gläubiger.

Was bedeutet die Auskehrung bei einem P-Konto?

Die Auskehrung erfolgt, wenn das Geld vom P-Konto an den Gläubiger überwiesen wird. Damit werden die Schulden abbezahlt.

Was passiert mit dem Geld auf dem Auskehrungskonto?

Auf dem Auskehrungskonto landen Moratoriums- und Übernahmebeträge. Letztere können maximal drei Monate lang angespart werden. Moratoriumsbeträge dienen dazu, ein schwankendes Einkommen auszugleichen. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

Wie das Pfändungsschutzkonto funktioniert: Welcher Betrag ist geschützt?

Auf dem Auskehrungskonto landen unter anderem Übernahmebeträge.
Auf dem Auskehrungskonto landen unter anderem Übernahmebeträge.

Auf einem P-Konto sind pro Monat mindestens 1.340 Euro (Stand Oktober 2022) geschützt. Der Schuldner kann über seinen persönlichen Freibetrag ganz normal verfügen und beispielsweise Überweisungen tätigen oder Bargeld am Automaten abheben.

Zusätzlich zum Grundfreibetrag können je nach Einzelfall noch weitere Beträge geschützt werden, z. B. wenn der Schuldner Kindergeld erhält. Der Freibetrag kann unter anderem für Schuldner erhöht werden, die verpflichtet sind, einer anderen Person Unterhalt zu gewähren.

Was bedeutet das PSK-Auskehrungskonto?

Übersteigt der Geldeingang in einem Monat den für den Schuldner festgelegten Freibetrag oder verbraucht der Kontoinhaber nicht die gesamte Summe, dann wird das Geld zunächst auf ein Unterkonto des P-Kontos verschoben und nicht sofort an die Gläubiger weitergeleitet. Dieses Unterkonto wird Auskehrungskonto genannt.

Der Begriff „Auskehrung“ bedeutet nichts Weiteres als die Auszahlung einer Summe Geld an eine Person, die einen Anspruch darauf hat.

Übernahmebeträge vs. Moratoriumsbeträge auf dem Auskehrungskonto

Es gibt zwei Arten von Posten, welche auf dem Auskehrungskonto landen:

  1. Moratoriumsbeträge: Geht in einem Monat mehr Geld auf das P-Konto ein, als durch den Freibetrag geschützt ist, so gilt der darüber hinausgehende Betrag ein sogenannter Moratoriumsbetrag.
  2. Übernahmebeträge: Personen mit einem Pfändungsschutzkonto haben die Möglichkeit, etwas Geld anzusparen. Dies funktioniert wie folgt: Brauchen sie einen Teil ihres geschützten Betrages nicht auf, kann diese Summe für maximal drei Monate angespart werden.

Übernahmebeträge werden zunächst auf das Auskehrungskonto verschoben und im nächsten Monat zurück auf das herkömmliche P-Konto überwiesen. Der Schuldner kann dann über diese Summe verfügen oder es weiter ansparen – jedoch maximal drei Monate lang. Ist dieser Zeitraum überschritten, wird die Summe gepfändet.

Welchen Zweck erfüllen Moratoriumsbeträge?

Moratoriumsbeträge auf dem Auskehrungskonto sollen ein schwankendes Einkommen ausgleichen.
Moratoriumsbeträge auf dem Auskehrungskonto sollen ein schwankendes Einkommen ausgleichen.

Nicht geschützte Geldeingänge auf ein P-Konto, also Moratoriumsbeträge, landen auch zunächst auf dem Auskehrungskonto. Doch warum werden diese nicht sofort an den Gläubiger ausgekehrt? Dies dient dem zusätzlichen Schutz des Schuldners, wenn dieser über ein schwankendes Einkommen verfügt.

Der Ablauf stellt sich wie folgt dar: Die Summe, welche den Freibetrag übersteigt, wird auf das Auskehrungskonto verschoben. Im darauffolgenden Monat wird das Geld erneut auf das P-Konto eingezahlt, jedoch nur bis zum Freibetrag.

Geht dabei wenig „neues“ Geld auf das P-Konto ein, füllt der Moratoriumsbetrag die Differenz zwischen Geldeingang und Freibetrag, so dass der Schuldner über eine höhere Summe verfügen kann. Übersteigt die Summe aus neuer Einzahlung und Moratoriumsbetrag jedoch den Freibetrag, entsteht ein neuer Moratoriumsbetrag, der wiederum auf dem Auskehrungskonto landet.

Zu einer Auskehrung vom Auskehrungskonto an den Gläubiger kommt es erst dann, wenn der Moratoriumsbetrag schließlich die Höhe des Freibetrags erreicht hat.

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