Konto überziehen – das Für und Wider von Bankschulden

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Kann man ein Girokonto überziehen? Ein unberechtigtes Überziehen muss die Bank nicht dulden.
Kann man ein Girokonto überziehen? Ein unberechtigtes Überziehen muss die Bank nicht dulden.

Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Das Gehalt kommt per Überweisung auf unser Bankkonto, Vermieter und Stromanbieter ziehen ihre Forderungen per Lastschrift von uns ein. Wir zahlen nicht nur bar, sondern auch mit der EC-Karte. Und wenn das Bankguthaben mal nicht ausreicht, rutscht unser Girokonto ins Minus. In dem Moment, in dem wir unser Konto überziehen, haben wir Schulden bei der Bank. Um dieses Thema dreht sich der folgende Ratgeber.

„Konto überziehen“ kurz zusammengefasst

  1. Was heißt Konto überziehen? Die Bedeutung ist denkbar einfach: Der Bankkunde verbraucht mehr Geld, als er Bankguthaben auf seinem Konto hat.
  2. Es ist nicht ratsam, unberechtigt ein Konto zu überziehen ohne Dispo. Denn die Bank kann Lastschriften und andere Transaktionen verweigern, die über das vorhandene Guthaben hinausgehen.
  3. Bankkunden, die ihr Konto überziehen, zahlen Zinsen – entweder in Form von Überziehungs- und Dispokreditzinsen.
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Wie weit kann ich mein Konto überziehen?

Ein Konto zu überziehen, verursacht zusätzliche Kosten.
Ein Konto zu überziehen, verursacht zusätzliche Kosten.

Für den einen oder anderen Verbraucher mag es eine gängige Methode sein, das Girokonto zu überziehen, um seine monatlichen Ausgaben zu stemmen. Dennoch ist dabei Vorsicht geboten. Denn die Bank wird eine eigenmächtige Überziehung vom Konto nicht immer tolerieren. Ob Sie Ihr Girokonto auch dann nutzen dürfen, wenn Ihr Guthaben aufgebraucht ist, hängt von den jeweiligen Vertragskonditionen ab.

Es besteht ein großer Unterschied zwischen einer genehmigten und ungenehmigten Kontoüberziehung. Überschreitet ein Kontoinhaber eigenmächtig, also ohne Genehmigung seitens der Bank, sein Guthaben, so kann das Geldinstitut dies verweigern. Der Bankkunde läuft dann z. B. Gefahr, dass Lastschriften nicht eingelöst werden.

Außerdem kann es passieren, dass die Bank Zinsen erhebt, wenn Sie unberechtigterweise Ihr Konto ohne Dispo überziehen. Diese sind meistens deutlich höher als die Zinsen, die Bankkunden auf einen Dispokredit bezahlen müssen. Wie hoch diese Überziehungszinsen für das Girokonto sind, unterscheidet sich von Bank zu Bank. Ohne entsprechende Vereinbarung mit Ihrer Bank sollten Sie Ihr Konto also gar nicht überziehen.

Tipp: Der Bundesgerichtshof hat im Jahr 2016 ein gesondertes Entgelt für ein überzogenes Konto, das neben den Zinsen verlangt wird, für unrechtmäßig erklärt (BGH, Az. XI ZR 9/15 und XI ZR 387/15).

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Folgen einer nicht genehmigten Kontoüberziehung

Ein Konto zu überziehen, mag eine schnelle und bequeme Möglichkeit sein, um einen finanziellen Engpass kurzzeitig zu überbrücken. Dennoch sollten Sie ohne entsprechende Genehmigung der Bank darauf verzichten – aus folgenden Gründen:

Vermeiden Sie eine Kontoüberziehung ohne Dispo. Das kann sonst unangenehme Folgen haben.
Vermeiden Sie eine Kontoüberziehung ohne Dispo. Das kann sonst unangenehme Folgen haben.
  • Verbrauchen Sie mehr Geld, als Ihnen an Bankguthaben zur Verfügung steht, zahlen Sie Zinsen hierfür. Das Konto zu überziehen kann dadurch sehr teuer werden. Die Höhe der Zinssätze variiert von Bank zu Bank, sie sind jedoch gewöhnlich höher als Zinsen für einen Dispokredit.
  • Das Geldinstitut kann bei Barabhebungen am Geldautomaten die EC-Karte einbehalten, wenn Sie mehr als Ihr Bankguthaben abheben.
  • Lastschriften werden mitunter zurückgebucht, sodass Sie sich Ärger mit anderen Gläubigern, beispielsweise Ihrem Vermieter einhandeln. Für diese können ebenfalls Gebühren anfallen.
  • Sie riskieren entsprechende Eintragungen bei der SCHUFA mit der Folge, dass Ihre Bonität und Kreditwürdigkeit herabgestuft wird.

Bankkonto überziehen mit einem Dispokredit

Statt Ihr Konto ungenehmigt zu überziehen, beantragen Sie lieber einen Dispositionskredit bei Ihrer Bank. Dieser gibt Ihnen einen gewissen Rahmen vor, in welchem Sie das Konto überziehen dürfen. Die Einrichtung eines Dispokredits kostet gewöhnlich nichts. Nur wenn Sie wirklich Ihr Bankkonto überzogen haben, zahlen Sie entsprechende Zinsen auf den Dispokredit. Diese liegen zwischen sieben und 15 Prozent pro Jahr.

Ob die Bank einen Dispokredit gewährt, liegt jedoch in ihrem Ermessen. Kunden haben regelmäßig keinen Anspruch auf einen Dispo. Das Geldinstitut wird einen solchen aber gewöhnlich gewähren, wenn sein Kunde über ein entsprechendes regelmäßiges monatliches Einkommen verfügt.

Eine weitere Möglichkeit ist der Rahmenkredit, bei dem Sie mit der Bank einen bestimmten Finanzrahmen vereinbaren, den Sie bei Bedarf ausreizen dürfen. Die Zinsen für diese Finanzierungshilfe sind deutlich geringer und liegen gewöhnlich bei sechs Prozent.

Konto überziehen mit Dispo: Zinsen berechnen – Beispiel

Angenommen, die Bank hat ihrem Kunden einen Dispo bis zu 1.000 Euro gewährt bei einem Zinssatz von 10 Prozent. Dieser nimmt für zehn Tage einen Dispo von 500 Euro in Anspruch. Dann zahlt er hierfür Zinsen in Höhe von 1,39 Euro.

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Konto überzogen – was nun?

Wie viel Zinsen Sie bei einer Kontoüberziehung bezahlen, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.
Wie viel Zinsen Sie bei einer Kontoüberziehung bezahlen, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.

Bankkunden, die ihr Konto mehrmals ohne Rücksprache mit dem Geldinstitut überziehen, müssen damit rechnen, dass die Bank ihnen für jede Transaktion zusätzliche erhöhte Kontoführungsgebühren berechnet. Dies gilt auch, wenn Sie Ihren Dispokredit überziehen. Unter Umständen kann das Kreditinstitut Ihnen das Girokonto auch kündigen und die offenen Schulden einklagen.

Für den Fall, dass Sie keine Vereinbarungen mit Ihrer Bank getroffen haben, die es Ihnen erlaubt Ihr Konto zu überziehen, gilt es, schnell zu handeln:

  • Ignorieren Sie den Minusbetrag auf Ihrem Konto keinesfalls, sondern versuchen Sie, diesen schnellstens auszugleichen.
  • Sofern Sie über ein geregeltes monatliches Einkommen verfügen, können Sie mit der Bank einen bestimmten Dispositionsrahmen vereinbaren. Dieser sollte aber nur in absoluten Notfällen und nur für sehr kurze Zeit genutzt werden.
  • Verschaffen Sie sich einen finanziellen Überblick und senken Sie Ihre monatlichen Ausgaben. Mit dem Überschuss, den Sie auf diese Weise ansparen, können Sie Ihre Bankschulden ausgleichen und sich ein kleines Polster anlegen.
  • Versuchen Sie, Ihre Einnahmen zu erhöhen, um damit Ihren Kontostand wieder auf null oder sogar in den Plusbereich zu bringen. Ein Nebenjob ist eine Möglichkeit, wenn auch keine dauerhafte.
  • Wenn Sie Ihr Konto dauerhaft überziehen und immer wieder im Minus landen, ist es kaum noch möglich, diese wiederkehrenden Schulden in kurzer Zeit auszugleichen. Hier kann ein Ratenkredit zur Ablösung der Bankschulden, sprich zur Umschuldung, eine Möglichkeit sein. Lassen Sie sich im Vorfeld ggf. von einer Schuldnerberatung beraten, ob diese Lösung die richtige für Sie ist.

Ein Bankkonto im Minus kann schnell zur Schuldenfalle werden, vor allem wenn es immer wieder oder dauerhaft dazu kommt. Im Laufe der Zeit können die Schulden aufgrund der hohen Zinsen ansteigen. Aus diesem Grund ist es besser, es zukünftig zu vermeiden, das Konto zu überziehen. Achten Sie auf Ihr Konsumverhalten, versuchen Sie Einsparmöglichkeiten zu finden und sprechen Sie mit Ihrer Bank. Diese kann die Möglichkeit einer Kontoüberziehung sperren, sodass Sie gar nicht mehr in Versuchung kommen können.

Bildnachweise:
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