Unterhalt schulden: Wenn der Unterhaltspflicht nicht nachgekommen wird

Wenn Sie Unterhalt schulden, kann dies aufgrund der Verletzung der Unterhaltspflichten zu schweren Konsequenzen führen.
Wenn Sie Unterhalt schulden, kann dies aufgrund der Verletzung der Unterhaltspflichten zu schweren Konsequenzen führen.
Unterhalt kann verschiedene Formen annehmen. Sehr verbreitet ist zum Beispiel der Kindesunterhalt. Wenn ein unterhaltspflichtiger Elternteil seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, ist die Folge, dass er Unterhalt schuldet.

Diese Schulden können einige Konsequenzen nach sich ziehen. Welche genau, darum soll es im Folgenden gehen. Droht mir eine Pfändung bei Unterhaltsschulden? Was geschieht in der Privatinsolvenz? Erfahren Sie hier mehr.

Unterhaltsschulden kurz zusammengefasst

  1. Unterhalt zu schulden kann eine Verletzung der Unterhaltspflicht darstellen. Dies ist eine Straftat.
  2. Bei Unterhaltsschulden können beispielsweise Lohnpfändungen durchgeführt werden.
  3. In der Privatinsolvenz sind Schulden aus Unterhaltsforderungen von der Restschuldbefreiung ausgenommen.

Unterhalt und Schulden – ein problembehaftetes Sujet

Wenn durch Unterhaltsschulden eine Gefährdung des Lebensbedarfs des Unterhaltsberechtigten entsteht, wird die Unterhaltspflicht verletzt.
Wenn durch Unterhaltsschulden eine Gefährdung des Lebensbedarfs des Unterhaltsberechtigten entsteht, wird die Unterhaltspflicht verletzt.
Wenn Sie Kindesunterhalt oder Trennungsunterhalt schulden, kann dies zu schweren Konsequenzen führen. Denn die Verletzung der Unterhaltspflicht ist gemäß § 170 Strafgesetzbuch (StGB) eine Straftat, die eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe zur Folge haben kann.

Aus diesem Grund sollten Sie solche Zahlungen prioritär behandeln, wenn Sie Unterhalt schulden. Eine Aussage wie „Ich kann den Unterhalt nicht zahlen wegen Schulden“ kann nicht als Ausrede gelten. Schulden beim Kindesunterhalt sollten also vor anderen Forderungen beglichen werden, sobald Einkommen vorliegt.

Unterhaltsschulden beim Jugendamt

Wenn Unterhaltspflichtige ihrer Verpflichtung nicht nachkommen, Unterhalt für das Kind zu zahlen, kann das Jugendamt mit dem Unterhaltsvorschuss einspringen. Dies bedeutet dann, dass diese Personen nun dem Jugendamt den Unterhalt schulden. Denn der Vorschuss muss – wie der Name schon sagt – zurückgezahlt werden. Der Gläubiger, an den der Unterhaltspflichtige nun seine Unterhaltsschulden zurückzahlen muss, ist also das Amt.

Unterhalt schulden: Was kann passieren?

Wenn Schulden beim Unterhalt bestehen, können Maßnahmen ergriffen werden, um diese einzutreiben. Dies kann auf der Grundlage eines vollstreckbaren Unterhaltstitels geschehen, der etwa das Ergebnis einer erfolgreichen Klage vor Gericht sein kann und zu einer Pfändung führen kann.

Mit diesem kann dann zum Beispiel eine Lohnpfändung wegen Unterhaltsschulden durchgeführt werden. Dieser Zugriff auf das Einkommen ist aufgrund der Höhe der Forderungen und der finanziellen Situation der meisten Personen, die Unterhalt schulden, in der Regel die praktikabelste Variante.

Ab wann sind bei ausstehendem Unterhalt die Schulden verjährt? Unterhaltsschulden verjähren gemäß § 197 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ab dem Unterhaltstitel nach 30 Jahren.

Unterhaltsschulden in der Privatinsolvenz

Bei Unterhaltsschulden kann eine Privatinsolvenz Linderung verschaffen – allerdings werden sie nicht erlassen.
Bei Unterhaltsschulden kann eine Privatinsolvenz Linderung verschaffen – allerdings werden sie nicht erlassen.
Wer in die Situation gerät, Unterhalt zu schulden, hat in der Regel größere finanzielle Probleme. Wenn diese sogar darin bestehen, dass eine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt, ist die Privatinsolvenz ein möglicher Ausweg aus den Schulden. Doch wie verhält es sich in der Privatinsolvenz mit den Unterhaltsschulden beim Jugendamt oder einem anderen Unterhaltsgläubiger?

Grundsätzlich werden Unterhaltsschulden in der Insolvenz wie andere Schulden behandelt. Unterhaltsgläubiger können sie also als Forderungen anmelden und werden dann bei den Verteilungen aus der Insolvenzmasse berücksichtigt.

Zu beachten ist, dass Unterhaltsschulden nicht der Restschuldbefreiung unterliegen. Das bedeutet, dass nach dem Abschluss der Privatinsolvenz die Unterhaltsschulden nicht weg sind, sodass Sie auch nach einer erfolgreich durchlaufenen Wohlverhaltensphase weiterhin den nicht bezahlten Unterhalt schulden.

Doch auch wenn die Insolvenz die Unterhaltsschulden nicht beseitigt, kann die Befreiung von den übrigen Schulden zu einer Besserung der wirtschaftlichen Lage führen, sodass der Kindesunterhalt und die Schulden nach der Privatinsolvenz möglicherweise sukzessiv vom Einkommen bezahlt werden können.

Bildnachweise:
– fotolia.com/pusteflower9024
– fotolia.com/kwarner
– fotolia.com/pictworks

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (56 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*