Pfändungsrechner bei Privatinsolvenz und Zwangsvollstreckung

Von Privatinsolvenz.net, letzte Aktualisierung am: 20. Januar 2021

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Auch während der Insolvenz hilft der Pfändungsrechner weiter: Hier gelten dieselben Pfändungsfreibeträge wie bei der Zwangsvollstreckung.
Auch während der Insolvenz hilft der Pfändungsrechner weiter: Hier gelten dieselben Pfändungsfreibeträge wie bei der Zwangsvollstreckung.

Wenn ein Gläubiger seine Forderungen zwangsweise beim Schuldner eintreibt, tut er dies meistens per Konto- oder Lohnpfändung. Dabei darf er nicht das gesamte Einkommen pfänden lassen, sondern nur den pfändbaren Anteil.

Dasselbe gilt, wenn ein Schuldner die Privatinsolvenz durchläuft. Auch dann muss er nur das pfändbare Nettoeinkommen an den Insolvenzverwalter abtreten.

Die Höhe des pfändbaren Einkommens können Schuldner leicht mit einem Pfändungsrechner ermitteln. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie, wie Sie diesen Rechner benutzen und welches Einkommen der Berechnung zugrunde gelegt wird.

Pfändungsrechner für Insolvenzverfahren und Zwangsvollstreckung

Jetzt den Pfändungsbetrag ermitteln!

Das Thema „Pfändungsrechner für Insolvenz und Pfändung“ kurz zusammengefasst

Ich befinde mich in der Privatinsolvenz. Wie finde ich heraus, wie viel Einkommen ich abgeben muss?

Während der Verbraucherinsolvenz gelten dieselben Pfändungsfreigrenzen wie bei der Zwangsvollstreckung bzw. Pfändung. Zu deren Ermittlung können Sie die Pfändungstabelle zu Rate ziehen. Oder Sie nutzen den obigen Pfändungsrechner, der Ihnen kostenlos zur Verfügung steht.

Gibt es für den Pfändungsfreibetrag einen Pfändungsrechner, der mit Weihnachtsgeld rechnet?

Normalerweise wird beim Pfändungsrechner das pfändbare Nettoeinkommen eingegeben. Bei diesem ist das Weihnachtsgeld bereits abgezogen. Näheres erfahren Sie hier.

Inwieweit rechnet der Pfändungsrechner mit geleisteten Überstunden?

Auch bei Überstunden gilt: Bevor Sie den Pfändungsrechner benutzen, müssen Sie das pfändbare Nettoeinkommen ermitteln. Dies berechnet sich grob gesagt wie folgt: Bruttoarbeitseinkommen abzüglich der unpfändbaren Beträge abzüglich der fiktiven Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.

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Was genau ist pfändbar? Pfändungsfreigrenzen mit dem Pfändungsrechner ermitteln

Pfändungsrechner: Welches Gehalt wird der Berechnung des pfändbaren Einkommens zugrunde gelegt – brutto oder netto?
Pfändungsrechner: Welches Gehalt wird der Berechnung des pfändbaren Einkommens zugrunde gelegt – brutto oder netto?

Wenn Schuldner Zahlungsrückstände gegenüber ihren Gläubigern nicht ausgleichen können, werden diese versuchen, einen Vollstreckungstitel zu erwirken und anschließend Zwangsvollstreckungsmaßnahmen einleiten – meistens in Form einer Lohn- oder Kontopfändung.

Dabei darf der Gläubiger jedoch nicht das gesamte Einkommen des Schuldners pfänden lassen, sondern nur den pfändbaren Anteil. Der Rest muss dem Schuldner als Existenzminimum verbleiben, um daraus seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Wie hoch diese Pfändungsfreigrenzen und damit der pfändbare Einkommensanteil sind, ergibt sich aus § 850c Zivilprozessordnung (ZPO) und der dazugehörigen Pfändungstabelle.

Wer diese Beträge schnell und unkompliziert ermitteln will, kann dafür einen Pfändungsrechner benutzen. Unser Online-Rechner ermittelt schnell und unkompliziert, wie viel gepfändet werden darf. Die Höhe des pfändbaren Betrags richtet sich immer nach Nettoeinkommen und Anzahl der gegenüber dem Schuldner unterhaltsberechtigten Personen.

Bevor Sie mit dem Pfändungsrechner berechnen können, welchen Teil Ihres Arbeitseinkommens der Gläubiger pfänden darf, müssen Sie zuerst Ihr Nettoeinkommen ermitteln.

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Ermittlung des pfändbaren Einkommens mit Nettomethode

Geben Sie in den Pfändungsrechner nicht den Brutto-Verdienst ein, sondern Ihr Nettoeinkommen.
Geben Sie in den Pfändungsrechner nicht den Brutto-Verdienst ein, sondern Ihr Nettoeinkommen.

Die Grundlage zur Berechnung des pfändbaren Einkommens bildet das Bruttoarbeitseinkommen. Neben dem üblichen Gehalt bzw. Lohn gelten z. B. auch Dienstbezüge von Beamten, Ruhegelder und Hinterbliebenenbezüge als Einkommen sowie Arbeitslosengeld I und II.

Bevor Sie nun zum Pfändungsrechner greifen, müssen Sie von dem Bruttoarbeitseinkommen die unpfändbaren Gehaltsanteile abziehen, insbesondere:

  • 50 Prozent der für Überstunden gezahlten Anteile des Arbeitseinkommens
  • Urlaubsgeld und Urlaubsabgeltungszahlungen im Rahmen des Üblichen
  • Treuegelder, die sich im üblichen Umfang befinden
  • übliche Aufwandsentschädigungen, Gefahren-, Schmutz- und Erschwerniszulagen
  • Weihnachtsgeld bis zur Hälfte des Monatseinkommens, maximal aber 500 Euro
  • Studienbeihilfen und Erziehungsgelder
  • Blindenzulagen
  • Sterbe- und Gnadenbezüge aus einem Arbeitsverhältnis

Mitunter ist noch ein weiterer Schritt erforderlich, bevor Sie mit dem Pfändungsrechner Ihren Pfändungsfreibetrag berechnen können. Denn in der Regel sind auch bedingt pfändbare Bezüge nach § 850b Abs. 1 ZPO unpfändbar. Hierzu gehören:

  • gesetzliche Unterhaltsrenten
  • „Renten, die wegen einer Verletzung des Körpers oder der Gesundheit zu entrichten sind“
  • „Bezüge aus Witwen-, Waisen-, Hilfs- und Krankenkassen, die [im Wesentlichen] zu Unterstützungszwecken gewährt werden“
Pfändungsrechner: Zuerst werden Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und andere unpfändbare Bezüge vom Bruttoeinkommen abgezogen.
Pfändungsrechner: Zuerst werden Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und andere unpfändbare Bezüge vom Bruttoeinkommen abgezogen.

Bedingt pfändbar bedeutet, dass diese Bezüge nur gepfändet werden dürfen, wenn die Zwangsvollstreckung in sonstiges bewegliches Schuldnervermögen den Gläubiger nicht vollständig befriedigt oder voraussichtlich nicht befriedigen wird und wenn die Pfändung der Billigkeit entspricht.

Von diesem Einkommen sind nun die fiktiven Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abzuziehen. Das Ergebnis bildet das Nettoeinkommen (Pfändungsnetto), anhand dessen Sie mithilfe von Pfändungsrechner oder Pfändungstabelle den pfändbaren Betrag ermitteln können.

Mit der soeben erläuterten Berechnung stellen Sie sicher, dass beim Pfändungsrechner die Nettomethode zur Berechnung des pfändbaren Einkommens zur Anwendung kommt, die laut Bundesarbeitsgericht (BAG) angewandt werden muss.

Die Feststellung des pfändbaren Einkommens ist recht komplex und bedarf einiger Fachkenntnisse. Deswegen kann ein Pfändungsrechner nur eine erste grobe Orientierung geben. Fragen Sie gegebenenfalls einen spezialisierten Anwalt oder eine Schuldnerberatung, ob Sie bei der Berechnung mit dem Pfändungsrechner das korrekte Nettoeinkommen eingegeben haben.

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Zweite wichtige Berechnungsgröße beim Pfändungsrechner: Wer erhält Unterhalt vom Schuldner?

Pfändungsrechner: Schuldner mit eigenem Dienstwagen müssen diesen als geldwerten Vorteil der Privatnutzung berücksichtigen.
Pfändungsrechner: Schuldner mit eigenem Dienstwagen müssen diesen als geldwerten Vorteil der Privatnutzung berücksichtigen.

Um mit dem Pfändungsrechner den Pfändungsfreibetrag berechnen zu können, benötigen Sie nicht nur das pfändbare Nettoeinkommen. Auch die Anzahl derer, denen Sie als Unterhaltspflichtiger Unterhalt zahlen, wirkt sich maßgeblich auf die Pfändungsfreigrenze aus.

Dabei ist es völlig unerheblich, ob der Schuldner Unterhalt als Geldleistung oder als Naturalunterhalt z. B. in Form von Unterkunft und Verpflegung gewährt.

Eine gesetzliche Unterhaltspflicht besteht mitunter gegenüber:

  • Kindern und Enkeln
  • Eltern und Großeltern
  • Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern
  • dem unverheirateten Elternteil, wenn er ein Kind bis zu drei Jahren betreut

Geben Sie nun das von Ihnen ermittelte Nettoeinkommen in den Pfändungsrechner ein und anschließend die Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen. Sobald Sie auf „Berechnen“ klicken, wird Ihnen angezeigt, welcher Betrag Ihres monatlichen Einkommens gepfändet werden darf.

Vergleichen Sie nun das Ergebnis mit der Pfändungstabelle. Stimmen die Ergebnisse überein? Sofern sich Unterschiede ergeben, sollten Sie sich an eine Schuldnerberatung oder einen Anwalt wenden, um den korrekten Betrag zu ermitteln.

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Alle Schritte noch einmal im Überblick

Sie haben Fragen, die über die Nutzung vom Pfändungsrechner hinausgehen? Eine Schuldnerberatung unterstützt Sie bei Fragen zu Schulden und Insolvenz.
Sie haben Fragen, die über die Nutzung vom Pfändungsrechner hinausgehen? Eine Schuldnerberatung unterstützt Sie bei Fragen zu Schulden und Insolvenz.

Noch einmal kurz zusammengefasst: Um den pfändbaren und unpfändbaren Anteil des Einkommens zu ermitteln, gehen Sie wie folgt vor:

  • Ermittlung des Bruttoarbeitseinkommens
  • Abzug der unpfändbaren Gehaltsanteile
  • gegebenenfalls Abzug der bedingt pfändbaren Gehaltsanteile
  • Eingabe des so ermittelten Nettoeinkommens in den Pfändungsrechner
  • Anzahl der Unterhaltsberechtigten in den Rechner eingeben
  • auf “Berechnen” klicken

Pfändungsrechner für Weihnachtsgeld – wie viel bleibt übrig vom 13. Gehalt?

Sie fragen sich, wie viel Weihnachtsgeld Sie laut Pfändungsrechner im Falle einer Pfändung behalten dürfen? Um das herauszufinden, benötigen Sie keinen Rechner. Denn § 850 Nr. 4 ZPO beantwortet diese Frage recht deutlich.

Bei einer Weihnachtsvergütung gilt ein Betrag bis zur Hälfte des Arbeitseinkommens als unpfändbar, höchstens aber 500 Euro. Die folgenden zwei Beispiele sollen die teilweise Unpfändbarkeit des Weihnachtsgelds verdeutlichen:

Beispiel 1: Der Schuldner verdient netto 1.800 Euro. Sein Arbeitgeber zahlt ihm zu Weihnachten 900 Euro. In diesem Fall sind 500 Euro des Weihnachtsgelds unpfändbar. Die restlichen 400 Euro erhöhen das Nettoeinkommen. Wie viel davon pfändbar ist, lässt sich mithilfe von Pfändungsrechner oder Pfändungstabelle ermitteln.

Beispiel 2: Wenn ein Schuldner nur 900 Euro Einkommen und 550 Euro Weihnachtsgeld erhält, sind von Letzterem 450 Euro unpfändbar.

Bildnachweise:
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