
Die Autopfändung ist eine Maßnahme der Zwangsvollstreckung, bei der ein Gläubiger über einen Gerichtsvollzieher oder Insolvenzverwalter Geld oder Gegenstände beschlagnahmen lassen kann, um offene Forderungen zu begleichen.
Haben Personen Schulden angehäuft, kann der Gläubiger ein gerichtliches Mahnverfahren anstoßen. Erhält er den Vollstreckungsbescheid, hat er die Möglichkeit, die Pfändung zu beantragen. Als beweglicher Vermögensgegenstand ist auch das Auto Teil der Pfändung und kann im Rahmen einer Privatinsolvenz bzw. Sachpfändung zur Tilgung der Schulden verwertet werden.
Auto pfänden kurz zusammengefasst
Den besten Schutz bietet ein Pfändungsschutzantrag beim Vollstreckungsgericht, wenn Sie das Auto zwingend für den Beruf oder aus gesundheitlichen Gründen benötigen. Wann ein Auto unpfändbar ist, zeigt dieser Abschnitt.
Es gibt keinen festen Mindest- oder Höchstwert für die Pfändung eines Autos. Welche Regeln für teure Autos gelten, erfahren Sie hier.
Ja, auch ein altes Auto ist grundsätzlich pfändbar, solange es noch fahrtüchtig ist und einen gewissen Marktwert besitzt. Das Alter allein ist kein Schutz vor der Pfändung, sondern der zu erwartende Erlös aus einer Versteigerung.
Inhalt
Was ist die Rechtsgrundlage zur Pfändung des Pkw?

Die Rechtsgrundlage für die Pfändung eines Autos ist in der Zivilprozessordnung (ZPO) verankert. Konkret regelt § 808 ZPO die Pfändung körperlicher Sachen. Weil ein Auto als eine solche Sache gilt und einen pfändbaren Vermögenswert darstellt, kann es zur Befriedigung der Gläubigeransprüche herangezogen und anschließend verwertet werden.
Im Rahmen einer Sachpfändung kann der Gerichtsvollzieher das Auto pfänden. Dieser beschlagnahmt das Fahrzeug und versteigert es.
Bei der Privatinsolvenz ist das Auto auch pfändbar. Hier kümmert sich der Insolvenzverwalter darum, das pfändbare Vermögen und Gegenstände zu verwerten. Gemäß § 35 Abs 1. InsO gehört „das gesamte Vermögen, das dem Schuldner zur Zeit der Eröffnung des Verfahrens gehört und das er während des Verfahrens erlangt“ zur Insolvenzmasse. Dazu gehört auch das Auto des Schuldners.
Kann ein finanziertes Auto gepfändet werden?
Bei den meisten Autofinanzierungen bleibt die Bank rechtlich der Eigentümer des Autos, zumindest solange, bis der Kredit vollständig bezahlt ist. Der Gerichtsvollzieher kann daher nicht das Auto selbst, sondern nur den bereits abbezahlten Anteil des Kfz pfänden. Um einen Verkauf durch den Schuldner zu verhindern, zieht die Bank in der Regel den Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) ein.
§ 811 ZPO: Wann ist ein Auto nicht pfändbar?

Obwohl ein Kfz pfändbar ist, gibt es gesetzliche Ausnahmen, die den Schuldner schützen sollen. Nach § 811 ZPO sind bestimmte Gegenstände unpfändbar, wenn sie für die Berufsausübung oder aus gesundheitlichen Gründen zwingend erforderlich sind. Diese Ausnahmen schützen das Auto vor der Pfändung.
Die in § 811 ZPO aufgeführten gesetzlichen Ausnahmen dienen dem Schutz des Schuldners. In den folgenden Fällen darf ein Auto nicht gepfändet werden.
Bei zwingender beruflicher Notwendigkeit
Wenn Schuldnern nachgewiesen wird, dass sie das Auto zwingend für ihren Beruf benötigen, kann es unpfändbar sein. Das Gesetz schützt nämlich Gegenstände, die für die Ausübung einer Tätigkeit benötigt werden. Die alleinige Nutzung für den Weg zur Arbeit reicht oft nicht aus, wenn zumutbare Alternativen existieren.
Kommt es zur Pfändung vom Auto, wenn der Ehepartner darauf angewiesen ist? Nein. Ist der Ehepartner des Schuldners auf den Pkw angewiesen, wird das Fahrzeug möglicherweise von der Pfändung ausgenommen.
Bei gesundheitlichen Gründen und Schwerbehinderung

Laut Gesetz sind auch Gegenstände unpfändbar, die aus gesundheitlichen Gründen benötigt werden. Zum Beispiel ist das Auto nicht pfändbar bei einer Schwerbehinderung oder einer Krankheit, wenn der Betroffene auf das Fahrzeug angewiesen ist.
Regelmäßige Arztbesuche, Therapien oder die grundsätzliche Alltagsbewältigung sind beispielsweise Situationen, durch die das Auto unpfändbar wird. Die Voraussetzung ist jedoch, dass Betroffene nicht auf zumutbare Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen können.
Wie teuer darf ein Auto bei Pfändung sein?
Einen Maximalwert zur Pfändung des Autos gibt es nicht. Das Gesetz legt jedoch in § 803 Abs. 1 ZPO ein Verbot der Überpfändung fest. Das bedeutet, dass ein Gerichtsvollzieher oder Insolvenzverwalter nur so viele Vermögenswerte pfänden darf, bis die Gläubigerforderungen gedeckt sind.

Ist der Marktwert eines Autos erheblich höher als die Gesamtschuld, ist eine Pfändung in der Regel unzulässig, da sie als eine übermäßige und damit unfaire Maßnahme gegen den Schuldner gewertet würde. Handelt es sich beim teuren Auto jedoch um den einzigen pfändbaren Gegenstand, ist das Auto dennoch pfändbar.
Eine feste Untergrenze, ab der ein Pkw pfändbar ist, existiert ebenfalls nicht. Die Pfändung muss jedoch verhältnismäßig sein. Ein sehr altes Auto ist pfändbar, wenn es noch einen Marktwert hat, der die Kosten der Verwertung übersteigt. Ein altes Auto, das kaum noch einen Verkaufswert hat, ist jedoch möglicherweise unpfändbar.
In dieser Grafik zusammengefasst: Welches Auto ist nicht pfändbar?

Was ist die Austauschpfändung?

Selbst wenn ein Auto eigentlich nicht pfändbar ist, weil es zum Beispiel für den Beruf benötigt wird, kann es dennoch gepfändet werden. Die sogenannte Austauschpfändung ist ein Verfahren, das zur Anwendung kommt, wenn das Fahrzeug einen deutlich höheren Wert besitzt, als zur Erfüllung des Zwecks notwendig ist.
Dabei wird das teure Auto gepfändet und verwertet. Im Gegenzug erhält der Schuldner entweder ein angemessenes, günstigeres Ersatzfahrzeug oder einen Vorschuss aus dem Erlös, um sich selbst ein solches zu beschaffen.